
In Kamp-Lintfort fühlen sich Eltern von der Stadt im Stich gelassen. Der Rat hatte hier beschlossen, die monatlichen Beiträge für die Kita zu erhöhen. Eine Initiative hatte sich zuvor mit einer Online-Petition dagegen gewehrt. Über 1100 Unterschriften kamen dabei zusammen. Jetzt beklagen die Eltern, dass sie auch noch unter Druck gesetzt werden. Offenbar haben sie ein Schreiben erhalten, in dem sie eine Frist von nur drei Wochen für Vertragsänderungen bekommen. In der Zeit sollen sie entscheiden, ob sie aus Spargründen die Betreuungszeiten ihrer Kinder reduzieren.
Eltern-Initiative: Frist an der Realität vorbei
"Chancengleichheit in der frühen Bildung ist in Kamp-Lintfort ab heute vom Geldbeutel der Eltern abhängig,“ beklagt der Initiator der Online-Petition, Marc Vietz. Die gesetzte Frist von drei Wochen gehe völlig an der Realität vorbei. Um Betreuungszeiten zu reduzieren, seien zum Beispiel oft Absprachen mit dem Arbeitgeber nötig. Das brauche Zeit. Die Initiative der Kamp-Lintforter Eltern sagt: "Familien werden hier wissentlich in existenzielle Nöte und arbeitsrechtliche Konflikte gestürzt."