
Seit 1986 setzt sich die AIDS-Hilfe Duisburg und Kreis Wesel für Menschen mit HIV und AIDS ein. Das Jubiläum hat die Stadt Duisburg mit rund 50 Gästen im Rathaus gefeiert. Mit dabei waren Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung, Gesundheitswesen und Zivilgesellschaft. Auch der stellvertretende Landrat des Kreises Wesel, Dr. Peter Paic, hat gesprochen. Die Rednerinnen und Redner haben die AIDS-Hilfe als verlässliche Anlaufstelle für Prävention, Beratung und Begleitung gewürdigt. Die Finanzierung teilen sich die Stadt Duisburg und der Kreis Wesel – im Verhältnis 58 zu 42 Prozent.
HIV-Beratung Duisburg/Kreis Wesel – 250.000 Menschen erreicht
Die Bilanz nach vier Jahrzehnten ist beachtlich. Mit rund 8.000 Präventionsveranstaltungen hat die AIDS-Hilfe etwa 250.000 Menschen erreicht. 150.000 Beratungen zu HIV und sexuell übertragbaren Krankheiten sind in dieser Zeit zusammengekommen – persönlich, telefonisch, per Mail oder Chat. Dazu kommen rund 22.500 Begleitkontakte mit HIV-positiven und aidskranken Menschen. Geschäftsführerin Marie Schellwat betont: Viele Beratungen laufen anonym – die tatsächliche Zahl dürfte noch deutlich höher liegen. Über 50.000 ehrenamtliche Stunden sind in den vergangenen 40 Jahren zusammengekommen. Ohne dieses Engagement wäre das Angebot nicht aufrechtzuerhalten. Zum Angebot gehören auch ein Spritzenautomat, HIV-Selbsttests und verschiedene Begegnungsangebote.
Diskriminierung im Kreis Wesel – Betroffene weichen auf andere Städte aus
Trotz moderner Medizin bleibt die Arbeit der AIDS-Hilfe notwendig. Weltweit steigen die HIV-Infektionszahlen wieder – auch bei heterosexuellen Männern. Gleichzeitig warnen Experten vor massiven Kürzungen bei der Prävention, in den USA wie auch in Deutschland. Stigma und Vorurteile sind bis heute ein großes Problem. Betroffene im Kreis Wesel weichen sogar auf Apotheken in anderen Städten aus, um anonym zu bleiben. Auf den Dienstwagen der AIDS-Hilfe ist bis heute kein Logo zu finden. „Da sind wir 40 Jahre nach unserer Gründung noch nicht weiter", sagt Geschäftsführerin Marie Schellwat. Rechtspopulismus und Hass im Netz erschweren die Arbeit zusätzlich. Der Verein schließt sich deshalb der bundesweiten Kampagne #AidshilfeBleibtStabil an – als klares Zeichen für Solidarität, Vielfalt und Respekt. Spenden und Ehrenamt sind für den Fortbestand des Angebots weiterhin unverzichtbar. Weitere Informationen gibt es unter aidshilfe-duisburg-kreis-wesel.de.