
Logistik-Mitarbeiter bei Amazon in Rheinberg bekommen bald mehr Geld. Der Onlinehändler hat angekündigt, die Gehälter ab September bundesweit um über drei Prozent zu erhöhen. Der Stundenlohn in den über 100 deutschen Logistikzentren steigt dann - nach zwei Jahren Betriebszugehörigkeit - im Schnitt auf 18,87 Euro. Auch für neue Beschäftigte geht es rauf. Amazon betont immer wieder, auch ohne Tarifvertrag ein fairer Arbeitgeber zu sein. Das Unternehmen möchte mit dem Lohnplus auch neue Kräfte anlocken.
Verdi kritisiert Amazon – Paketboten in Rheinberg gehen leer aus
Die Lohnerhöhung betrifft ausschließlich die direkten Angestellten in den Logistikzentren, die beispielsweise Waren verpacken. Die Amazon-Paketboten gehen dagegen leer aus. Sie sind in der Regel bei Subunternehmen angestellt. Verdi fordert ein Verbot dieser Praxis, weil die Arbeitsbedingungen in der Zustellung oft schlecht seien, und verlangt eine Direktanstellung der Boten. Immer wieder ruft die Gewerkschaft zu Warnstreiks auf, deren Wirkung sich aber in Grenzen hält.
Amazon wächst weiter – neue Logistikzentren in Deutschland geplant
Amazon wächst weiter. In Deutschland beschäftigt der Konzern mehr als 40.000 Menschen – die meisten davon in der Logistik. Neue Einsteiger bekommen ab September im Schnitt 16,66 Euro pro Stunde – gut vier Prozent mehr als bisher. Der Einstiegslohn liegt damit deutlich über dem aktuellen Mindestlohn von 13,90 Euro. Zum Vergleich: Der Tarifvertrag im Einzel- und Versandhandel in NRW liegt nach Verdi-Angaben etwas höher – ein direkter Vergleich ist aber schwierig, weil unterschiedliche Modelle zugrunde liegen. Bis Ende 2026 eröffnet Amazon in Zweibrücken ein neues Logistikzentrum mit rund 1.000 Arbeitsplätzen. Ein weiteres entsteht in Könnern in Sachsen-Anhalt.