
Bei Amazon in Rheinberg wird seit heute früh gestreikt. Die Gewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten zum Arbeitskampf aufgerufen - ausgerechnet am Black Friday, einem der umsatzstärksten Tage des Jahres. Rund 350 Kollegen stehen vor den Werkstoren und beteiligen sich am Streik. Verdi rechnet damit, dass bis morgen 600 Beschäftigte mitmachen werden. Es geht um bessere Arbeitsbedingungen und vor allem um Tarifbindung. Die Gewerkschaft kritisiert, dass Amazon seit über zehn Jahren keine Tarifverträge abschließt. Der Streik soll bis morgen andauern. Verdi sagt, dass bereits Bewegung in die Verhandlungen gekommen ist, besonders bei Lohn und Gehalt.
Der Rheinberger Standort ist nicht allein - bundesweit streiken Amazon-Beschäftigte an mehreren Satndorten des Onlineversandhändlers. Betroffen sind neben Rheinberg auch Bad Hersfeld, Dortmund, Werne, Koblenz, Graben, Mönchengladbach und Frankenthal. Verdi spricht von Arbeitsverdichtung und willkürlicher Bezahlung bei Amazon. Silke Zimmer vom Verdi-Bundesvorstand sagt: "Für unsere Kollegen herrscht das ganze Jahr Black Friday." Die Gewerkschaft fordert anständige Vergütung und gute Arbeitsbedingungen für alle Beschäftigten. Amazon kontert und erklärt, die Mitarbeiter bekämen faire Löhne und gute Zusatzleistungen. Das Unternehmen versichert, dass die Streiks keine Auswirkungen auf den Service haben. Die Kunden können sich weiterhin auf schnelle Lieferungen verlassen.