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Streiken Demo Demonstration Frau hält Schild hoch
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ATTAC protestiert in Wesel für Lieferkettengesetz

Das globalisierungskritische Netzwerk ATTAC geht am Samstag in Wesel auf die Straße. Die Aktivisten wollen das deutsche Lieferkettengesetz vor einer Aufweichung durch die Bundesregierung retten.

Veröffentlicht: Freitag, 28.11.2025 13:23

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Am Samstag um halb elf versammeln sich ATTAC-Aktivisten am Leyensplatz in Wesel zu einer Mahnwache. Das globalisierungskritische Netzwerk protestiert gegen die Pläne der Bundesregierung, das Lieferkettengesetz abzuschwächen. Dieses Gesetz verpflichtet deutsche Unternehmen dazu, auch bei ihren Zulieferern auf faire Arbeitsbedingungen zu achten. Die Bundesregierung will die Vorschriften aber lockern - um die Bürokratie zu reduzieren - wie es heißt. ATTAC befürchtet dadurch mehr Kinderarbeit und Hungerlöhne in den Produktionsländern. Das Netzwerk fordert stattdessen ein starkes Lieferkettengesetz, das Konzerne für ihre gesamten Lieferketten verantwortlich macht. Klaus Kubernus-Perscheid von ATTAC sagt: "International agierende Konzerne müssen für ihre kompletten Produktions- und Lieferketten in die Verantwortung genommen werden." Die bisherigen freiwilligen Maßnahmen gegen Ausbeutung reichen nach Ansicht von ATTAC nicht aus.

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Die Zahlen zeigen das Ausmaß des Problems: Allein im "Kakaosektor" arbeiten 1,56 Millionen Kinder zwischen fünf und 17 Jahren in Ghana und der Elfenbeinküste. Das berichtet die Welthungerhilfe. Besonders alarmierend: Die Kinderarbeit ist in den letzten zehn Jahren um 14 Prozent angestiegen. ATTAC argumentiert, dass freiwillige Selbstverpflichtungen der Unternehmen nicht funktionieren. Das Netzwerk will deshalb, dass deutsche Firmen gesetzlich für faire Löhne und menschenwürdige Arbeitsbedingungen bei allen ihren Zulieferern sorgen müssen. Verstößt ein Unternehmen dagegen, soll es rechtlich belangt werden können. Die Mahnwache am Samstag ist Teil einer bundesweiten Kampagne für stärkere Unternehmensverantwortung. ATTAC-Niederrhein lädt alle interessierten Bürger zur Teilnahme an der Protestaktion ein.

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