
Im Kreis Wesel haben sich von Oktober 2025 bis Ende September 2026 insgesamt 2.348 Bewerberinnen und Bewerber für einen Ausbildungsplatz gemeldet Das sind 279 oder 10,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Gleichzeitig boten die Betriebe im Kreis Wesel 2.107 Ausbildungsstellen an. Das ist ein Rückgang um 313 Stellen oder 12,9 Prozent. Barbara Ossyra von der Arbeitsagentur Wesel nennt mehrere Gründe für diese Entwicklung. Zum einen fällt durch die Abiturreform fast ein kompletter Gymnasialjahrgang weg. Zum anderen zeigen sich Betriebe wegen der wirtschaftlichen Lage zurückhaltender bei neuen Ausbildungsplätzen. Zum Ende des Berufsberatungsjahres am 30. September suchten im Kreis Wesel noch 287 Jugendliche eine Ausbildungsstelle. Das sind 101 mehr als im Vorjahr. Im Gegenzug waren noch 241 Ausbildungsstellen unbesetzt, 26 mehr als ein Jahr zuvor.
Jeder dritte Ausbildungsvertrag wird vorzeitig beendet
Eine weitere Zahl wirft ein Schlaglicht auf den Ausbildungsmarkt im Kreis Wesel: Fast jeder dritte Ausbildungsvertrag wird vorzeitig aufgelöst, wie die NRZ berichtet. Im Handwerk ist die Abbrecherquote demnach von 46 auf knapp 38 Prozent gesunken, bleibt aber die höchste unter den Branchen. Barbara Ossyra sieht einen Grund im Betriebsklima. Nicht jeder Abbruch bedeutet jedoch das Ende der Ausbildung – oft wechseln Jugendliche nur den Betrieb.
Digitale Aktionswoche bietet Beratung für Beschäftigte
Die Agentur für Arbeit Wesel bietet vom 16. bis 20. November eine digitale Aktionswoche an. Das Angebot richtet sich an Beschäftigte, die sich weiterbilden oder beruflich neu orientieren möchten. Auf dem Programm stehen unter anderem Fördermöglichkeiten für die Qualifizierung von Beschäftigten und Tipps zum regionalen Arbeitsmarkt. Auch zur beruflichen Neuausrichtung ab 50 Jahren gibt es Informationen. Wer möchte, kann einen individuellen Termin buchen und sich persönlich oder per Videocall beraten lassen. Weitere Informationen und die Zugangslinks zu den virtuellen Veranstaltungen gibt es online bei der Agentur für Arbeit.