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AWO-Team bangt um künftige Flüchtlingsarbeit im Kreis Wesel
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AWO-Team bangt um künftige Flüchtlingsarbeit im Kreis Wesel

Über 20 AWO-Mitarbeiter aus dem Kreis Wesel haben einen engagierten Brief veröffentlicht. Ihre Arbeit mit Geflüchteten steht auf der Sparliste des Kreisverbands.

Veröffentlicht: Donnerstag, 10.07.2025 08:06

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Die insolvente AWO im Kreis Wesel streicht zum Jahresende ihre Angebote für Geflüchtete. Die 23 betroffenen Mitarbeiter haben dazu jetzt einen emotionalen Brief verfasst. Das Aus sei ein herber Schlag, es schade unserer Region erheblich. Sie seien Krisenmanager, Übersetzer und Aufklärer für tausende Geflüchtete gewesen. Beratungsstellen, psychologische Hilfe und Kurse fallen kreisweit weg. Auch bei der Arbeits- und Ausbildungsvermittlung habe man gute Vermittlungsquoten vorzuweisen. Das AWO-Team fragt: Wer fängt diese große Lücke künftig auf? 

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Liste der betroffenen Anlaufstellen ist lang

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Betroffen von den Streichungen zum Jahresende sind laut offenem Brief die Flüchtlingsberatungsstellen in Moers, Wesel, Kamp-Lintfort und Xanten, das Psychosoziale Zentrum für Geflüchtete, die Migrationsberatungsstellen in Dinslaken und Moers, die Integrationsagenturen in Kamp-Lintfort und Moers, die Antidiskriminierungsservicestelle und das Projekt „Refugees into work“. Das Quartiersprojekt in der Kamp-Lintforter Altsiedlung wird ebenfalls eingestellt, zählen die betroffenen Mitarbeiter auf. Auch ein 50-köpfiger Sprachmittler-Pool, der Zugewanderte in ca. 30 Sprachen unterstützt, müsse aufgelöst werden.

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Kritik auch an politischen Entscheidungen

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In ihrer mehr als 100-jährigen Geschichte stand die AWO immer für den Schutz der Schwächeren und fürs Empowerment, mahnt das Team aus dem Bereich "Flucht, Migration und Integration". In diesem Jahr werde der Kreisverband bei uns 50 Jahre alt, seit seinen Anfängen habe er sich der Migrationsarbeit verschrieben. Mit seiner aktuellen Entscheidung verabschiede er sich von manchen seiner Leitbilder, heißt es in dem Brief. Kritik gibt es dabei auch am Staat: Die nicht ausreichende finanzielle Ausstattung von Seiten des Staates habe man schon seit Jahren bemängelt. Das politische Klima der letzten Zeit habe die Lage weiter enorm verschlechtert. 

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