
Der Rhein ist gefährlich. Das zeigen die Zahlen des letzten Jahres deutlich. Allein im Juni sind fünf Menschen im Rhein ertrunken. Angespült wurden sie auch im Kreis Wesel – in Wesel und in Voerde. NRW-weit sind laut DLRG im letzten Jahr 48 Menschen bei Badeunfällen ums Leben gekommen. 21 davon in Flüssen – viele davon im Rhein. Der Rhein wirkt harmlos. Er ist es nicht. Starke Strömungen, Sog von Schiffen und kaltes Wasser machen das Baden lebensgefährlich. Warnschilder gibt es schon. Aber reichen die?
Städte wie Duisburg, Düsseldorf, Krefeld, Köln, Neuss, Meerbusch und Dormagen haben bereits Badeverbote ausgesprochen. In Rees stimmt die Politik heute darüber ab. Die Stadt Kleve folgt morgen. Im Kreis Wesel läuft der Rhein über 74 Kilometer – und der Kreis will eine einheitliche Regelung für alle Kommunen entlang dieser Strecke finden. Noch vor dem Sommer soll es ein Gespräch mit allen Beteiligten geben. Landrat Ingo Brohl spricht sich klar für ein Verbot aus. Andere sehen das kritisch – ein Verbot sei schwer zu kontrollieren. Als Alternative sind Ideen wie Badeschiffe oder geschützte Badestellen im Gespräch. Bis eine Entscheidung fällt, setzt der Kreis auf Warnschilder mit Bildern, mehrsprachige Flyer und bald auch auf Warnungen in den sozialen Medien. Wer gegen ein bestehendes Badeverbot verstößt, muss mit einem Bußgeld von bis zu 1000 Euro rechnen.