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Hände reichen einen rohen Brotlaib jemand anderem zu.
© NGG
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Bäckereien im Kreis Wesel verlieren Kunden an Discounter

Die Bäckereien im Kreis Wesel kämpfen um ihre Kundschaft. Die Gewerkschaft NGG schlägt Alarm und fordert ein Umdenken beim Einkauf.

Veröffentlicht: Freitag, 10.04.2026 06:45

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Die Lage in den Bäckereien im Kreis Wesel ist ernst. Schon in den ersten Wochen dieses Jahres gehen weniger Brote, Brötchen, Kuchen und Torten über den Verkaufstresen. Viele Menschen greifen stattdessen zu Brot und Backwaren beim Discounter. Das sagt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten, kurz NGG Nordrhein. Ihr Geschäftsführer Adnan Kandemir spricht von einer regelrechten Kunden-Ebbe. Rund 80 Bäckereien mit ihren Filialen im gesamten Kreisgebiet bekommen das zu spüren. Von Moers über Dinslaken bis Wesel melden die Betriebe sinkende Verkaufszahlen. Das macht den Bäckereien wirtschaftlich zu schaffen. Und das, obwohl im Kreis Wesel rund 2.760 Menschen in Bäckereien arbeiten – in den Backstuben genauso wie an den Verkaufstheken.

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Gewerkschaft ruft zum Umdenken auf

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Die NGG Nordrhein hat jetzt einen klaren Appell: Kauft wieder öfter beim Bäcker um die Ecke! Wer das tue, unterstütze faire Löhne im Handwerk und helfe dabei, eine Backtradition zu erhalten, so Kandemir. Und faire Löhne gibt es im Bäckerhandwerk tatsächlich. Ab April bekommen Bäckergesellen und Fachverkäuferinnen 45 Cent mehr pro Stunde. Das sind 75 Euro mehr im Monat. Auch wer ohne Ausbildung an der Theke arbeitet, bekommt 25 Cent mehr pro Stunde – also knapp 42 Euro zusätzlich im Monat. Darauf haben sich die NGG und der Bäckerinnungsverband West am Tariftisch geeinigt. Dazu kommt eine Einmalzahlung: Vollzeitbeschäftigte bekommen für Februar und März zusammen 100 Euro steuerfrei. Auf die Brotpreise soll sich das kaum auswirken, sagt die Gewerkschaft. Ein junger Bäckergeselle kommt damit auf 16,39 Euro pro Stunde, eine Fachverkäuferin gleich nach der Ausbildung auf 15,32 Euro.

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