
In Moers sind Überreste einer alten Bastionsmauer entdeckt worden. Sie stammt aus dem 17. Jahrhundert. Die Enni war bei Tiefbauarbeiten an der Haagstraße auf den historischen Fund gestoßen. Der Denkmalschutz verlangt, dass die Mauer erhalten bleibt. Sie muss komplett freigelegt und vermessen werden. Für die Leitungen, die dort eigentlich in den Boden sollten, braucht es nun eine neue Trasse. Schon jetzt ist damit klar: Die Arbeiten dauern einige Wochen länger. Sie werden außerdem teurer.
Innenstadt liegt in Bodendenkmalzone
Die Verzögerungen haben auch Folgen für den City-Trödelmarkt Anfang Juli in Moers. Dazu laufen noch Gespräche. Eigentlich sollten auf dem 60 Meter langen Abschnitt zwischen Kastell und Meerstraße neue Leitungen für Wasser, Strom, Gas und Glasfaser verlegt werden. Laut Projektleitung sind solche Funde in der Moerser Innenstadt nicht ungewöhnlich, da sie in einer Bodendenkmalzone liegt. Schon im Winter waren auf der Neustraße Reste des historischen Neutors aufgetaucht.
Wichtige Erkenntnisse über Stadtentwicklung
Für Archäologen ist die Entdeckung auf der Haagstraße ein Glücksfall. Die Bastionsmauer gehörte zur früheren Stadtbefestigung, die auch im historischen Sariac-Plan von 1762 verzeichnet ist. Gemeinsam mit den Resten der Außenmauern eines ehemaligen Klosters liefert der Fund wichtige Erkenntnisse darüber, wie Verteidigung und Stadtentwicklung in Moers früher zusammenhingen.