
Die Parfümeriekette Pieper ist in finanzielle Schieflage geraten. Das zuständige Amtsgericht hat Insolvenz in Eigenverwaltung angeordnet. Unter den rund 120 Filialen in NRW sind auch Standorte in Moers, Dinslaken, Wesel und Kamp-Lintfort. Laut NRZ soll der Geschäftsbetrieb hier vollständig weiterlaufen. Kunden können also wie gewohnt einkaufen. Das Unternehmen soll nachhaltig saniert und für die Zukunft neu aufgestellt werden. Die Löhne und Gehälter werden für drei Monate von der Bundesagentur für Arbeit gezahlt. In Dinslaken etwa gibt es sogar zwei Pieperfilialen mit zwölf Beschäftigten. In der Neutor Galerie gehört die Parfümerie seit elf Jahren zu den Ankermietern.
Traditionsgeschäft seit den 30er Jahren
Pieper gilt als Deutschlands größte inhabergeführte Parfümeriekette, sie wurde 1931 in Bochum als Seifengeschäft gegründet. Das bisherige Management bleibt an Bord, Firmenchef ist der Urenkel der Firmengründerin Anna Pieper, Oliver Pieper. Ihm zur Seite stellte das Amtsgericht die Anwältin Sarah Wolf als vorläufige Sachwalterin. Neben dem stationären Handel soll auch der Online-Shop «uneingeschränkt geöffnet» bleiben. Die Parfümeriekette hatte in der Coronazeit deutliche Umsatzeinbußen hinnehmen müssen. Zunächst schien es aufwärts zu gehen. Allerdings kämpfte Pieper weiter mit einem Konsumrückgang bei deutlich gestiegenen Kosten etwa für Energie.