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Betuwe-Baustelle am Niederrhein geht in neue Phase
© Anna Fiehe - Radio K.W.
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Betuwe-Baustelle am Niederrhein geht in neue Phase

80 Wochen Baumarathon, unzählige Sperrungen – jetzt rollen auf der Strecke zwischen Emmerich und Oberhausen wieder die ersten Züge. Für Pendler gibt es erstmal Ruhe.

Veröffentlicht: Montag, 18.05.2026 04:39

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Der Zugverkehr zwischen Emmerich, Wesel und Oberhausen startet jetzt schrittweise wieder. Heute rollen schon die Fern- und Güterzüge. Ab morgen folgen nach und nach auch wieder die Regionalzüge. Rund einen Monat war die Strecke voll gesperrt. Damit endete der 80-wöchige Baumarathon für das dritte Gleis. Die Bahn hatte in der Zeit viele besonders aufwändige Arbeiten für den Betuwe-Ausbau gebündelt. Die hatten immer wieder Teil- und Vollsperrungen nötig gemacht. Jetzt haben Zugpendler erstmal Ruhe. Die nächste längere Vollsperrung gibt es erst wieder im November.

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Zwischenetappe auf einer langen Baustelle

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Schwerpunkt des Baumarathons war der Abschnitt zwischen Voerde-Friedrichsfeld und Wesel. Hier konnten rund 60 Prozent der Ausbauarbeiten abgeschlossen werden. Zwischen Voerde und Dinslaken können Züge jetzt auch erstmals das neue dritte Gleis nutzen. Seit dem Spatenstich 2017 hat die Bahn für die Betuwe-Güterzugstrecke schon 52 Kilometer Gleise neu- oder umgebaut, außerdem knapp zwölf Kilometer neue Schallschutzwände und 38 Kilometer neue Oberleitungen errichtet. Hinzu kommen Arbeiten an über 60 Weichen und 45 Brücken entlang der Strecke.

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Jahrzehnte im Rückstand – ein europäisches Großprojekt

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Die Betuwe-Strecke ist Teil des europäischen Güterverkehrskorridors von Rotterdam nach Genua. Die Pläne dafür gehen auf die 1990er Jahre zurück. In den Niederlanden ist der Ausbau bis zur deutschen Grenze bereits seit 2007 fertig. Auf deutscher Seite wird noch für viele Jahre gebaut. Eine besondere technische Herausforderung bei uns war die neue Kanalbrücke über den Wesel-Datteln-Kanal. Sie ist jetzt anderthalb Meter höher als die alte – damit größere Schiffe darunter durchpassen. Weil schwere Güterzüge keine starken Steigungen vertragen, mussten die Gleise auf mehreren Kilometern komplett angehoben werden. Das zog Anpassungen an Brücken, Oberleitungen und sogar einem Bahnhof nach sich. Wann der gesamte Abschnitt durchgängig dreigleisig befahrbar ist, steht noch nicht fest.

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