
Auf der A59 bei Duisburg laufen Kampfmittelsondierungen für den Neubau der Berliner Brücke. Luftbildauswertungen des Kampfmittelbeseitigungsdienstes zeigen, dass im Großteil des Projektgebiets vermehrte Bombenabwürfe aus dem Zweiten Weltkrieg stattgefunden haben. Deshalb sind umfangreiche Bodenarbeiten notwendig. Dabei werden sogenannte Bohrlochdetektionen durchgeführt: Sonden werden mehrere Meter in den Boden eingelassen, um Kampfmittel wie Bomben oder Granaten zu lokalisieren. Pro Stützpfeiler der Brücke sind bis zu 130 Bohrlöcher erforderlich, die in einem engen Raster angeordnet werden müssen. Die Sonden erstellen geophysikalische Bilder, anhand derer Experten Anomalien im Boden erkennen können. Aktuell gibt es laut der Autobahn GmbH elf Verdachtspunkte, wo Blindgänger in der Erde liegen könnten.
Zeitplan stabil – aber Fehlalarme möglich
Geschäftsbereichsleiter Tobias Fischer von der Autobahn GmbH bestätigt, dass die Arbeiten komplett im Zeitplan liegen. Die Kampfmittelsondierung wurde bereits ein Jahr im Voraus geplant und in den Bauablauf integriert. Bis Ende Mai beziehungsweise Anfang Juni sollen die Sondierungen abgeschlossen sein. Anschließend beginnen die eigentlichen Tiefbauarbeiten mit vier bis fünf Großbohrgeräten. Nicht jeder Verdachtspunkt ist tatsächlich eine Bombe – alte Spundwände, vergrabener Bauschutt oder Kriegsschutt können die Sondierung verzögern. Fischer nennt als Beispiel eine alte Badewanne, die Fehlalarme auslösen kann. Die Bearbeitung eines Verdachtspunkts dauert durchschnittlich zwei Wochen. Wird eine Bombe gefunden, entscheidet der Kampfmittelräumer der Bezirksregierung über das weitere Vorgehen. Die Ordnungsbehörden der Stadt Duisburg legen dann einen Sperrradius fest und veranlassen Evakuierungen. Erst nach erfolgreicher Räumung werden Autobahn und betroffene Bereiche wieder freigegeben. Eine Sprengung gilt dabei als letzte Alternative. Die Kampfmittelräumkonzepte sind für alle Teilbauwerke des Berliner Brückenzuges erstellt und mit den Ordnungsbehörden abgestimmt. Die Fertigstellung des gesamten Projekts ist für 2029 geplan
Granate sorgte für Sperrung im März
Bis zum Sommer müssen Autofahrer in Duisburg damit rechnen, dass im Bereich der Berliner Brücke Bomben gefunden werden – und es damit immer wieder zu Sperrungen und Verkehrsbehinderungen kommt. Ein Vorgeschmack gab es bereits im März: Bei Bauarbeiten am Ruhrdeich wurde eine Granate aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt. Solche Kampfmittel müssen in NRW sofort entschärft werden. Die Folge war ein großer Stau auf der A59.