
Auf dem ehemaligen Steag-Kraftwerk-Gelände an der Frankfurter Straße in Voerde-Möllen bricht gegen 12:20 Uhr ein Feuer aus. Eine schwarze Rauchsäule steigt über dem Gelände auf – sie ist weithin zu sehen. Bei der Kreisleitstelle Wesel gehen deshalb mehrere Anrufe besorgter Bürgerinnen und Bürger ein. Zum Zeitpunkt des Brandes sind drei Arbeiter in 60 Metern Höhe auf einer Plattform auf dem Gebäude. Alle drei können das Gebäude eigenständig über Leitern und Treppen verlassen. Alle drei sind unverletzt, sagt die Polizei. Zwei von ihnen kommen aber vorsorglich in ein Krankenhaus nach Wesel. Neben der Feuerwehr Voerde sind auch die Werksfeuerwehr und zwei weitere Spezialfahrzeuge im Einsatz. Insgesamt sind rund 70 bis 80 Einsatzkräfte vor Ort.
NINA-Warnung aktiv – Löscharbeiten dauern an
Das Warnsystem NINA warnt Anwohnerinnen und Anwohner im Umkreis von 500 Metern. Fenster und Türen sollen geschlossen bleiben – es kann zu Geruchsbelästigungen kommen. Mehrere Menschen berichten von Explosionen mit Druckwellen. Die Einsatzkräfte vor Ort können das bisher nicht bestätigen. Nach Informationen der NRZ geht die Polizei vor Ort davon aus, dass Schweißarbeiten den Brand ausgelöst haben könnten – offiziell bestätigt ist das bisher nicht. In der schriftlichen Polizeimeldung heißt es lediglich: Brandursache unbekannt. Die Löscharbeiten dauern noch an – der Einsatz läuft nach grober Einschätzung noch mehrere Stunden. Die Kriminalpolizei ermittelt nach Abschluss der Löscharbeiten.
Hintergrund: Abriss auf dem Kraftwerksgelände
Auf dem ehemaligen Steag-Gelände laufen seit Sommer 2023 die Abrissarbeiten. Das Gelände an der Frankfurter Straße in Voerde-Möllen ist rund 60 Hektar groß – etwa so groß wie 80 Fußballfelder. Kühlturm und ein erster Schornstein sind bereits abgerissen. Die Frankfurter Straße ist wegen der Abrissarbeiten am Schornstein „West" seit dem 9. Februar gesperrt – und das noch bis Ende Mai 2026. RWE plant als nächstes die Sprengung der großen Maschinenhallen – einen genauen Termin gibt es noch nicht. Ab 2030 soll auf dem Gelände ein neues Gaskraftwerk entstehen.