
Der Bundestag hat gestern den Gesetzentwurf von CDU und SPD zur Wolf-Jagd in erster Lesung behandelt. Die Union will den Wolf ins Jagdrecht aufnehmen und damit Problemwölfe leichter töten können. CDU-Politiker Johannes Steiniger argumentiert, Menschen im ländlichen Raum hätten Angst vor Wölfen. Er sagt, Wölfe ziehen immer häufiger durch Dörfer und seien eine Bedrohung für Menschen und Weidetiere. Die Bundesregierung verweist auf 1.100 Wolfsübergriffe mit 4.300 getöteten Nutztieren im Jahr 2024. Die Ausgaben für Herdenschutz belaufen sich auf über 23 Millionen Euro. Landwirtschaftsminister Alois Rainer betont, Weidetiere müssten besser geschützt werden. Die Koalition sieht die Existenz von Weidetierhaltern bedroht.
Naturschutzverbände wie Nabu und BUND kritisieren die Pläne scharf. Sie setzen weiterhin auf besseren Herdenschutz statt auf Abschüsse. Grüne und Linke warnen vor Gefahren für den Artenschutz. Der Grünen-Politiker Harald Ebner sagt, es gebe keine Belege dafür, dass Jagd die Risse reduziert. Tierschützer befürchten sogar mehr Übergriffe durch destabilisierte Rudel. Die AfD unterstützt den Gesetzentwurf grundsätzlich, sieht aber noch viele offene Fragen. Der Entwurf geht nun in die Ausschussberatungen des Bundestags. Bei uns im Schermbecker Wolfsgebiet am Niederrhein gab es den letzten Wolfsnachweis im November 2024. Von Wölfin Gloria und ihrem Rudel fehlt seitdem jede Spur.