
Die Koalition will sogenannte Problemwölfe künftig einfacher töten können. Das soll vor allem dann möglich sein, wenn Wölfe Herdenschutzzäune überwinden und Nutztiere angreifen. Weidetierhalter begrüßen den Vorstoß und fordern seit Jahren mehr Handlungsmöglichkeiten gegen auffällige Tiere. Tierschutzorganisationen lehnen die Pläne strikt ab und warnen vor einem Rückschlag für den Artenschutz. Die erste Lesung im Bundestag findet heute statt. Die Bundesregierung argumentiert, dass Wolfsübergriffe zu erheblichen Belastungen für Weidetierhalter führen. Im Jahr 2024 sind bei rund 1.100 Übergriffen etwa 4.300 Nutztiere durch Wölfe gerissen oder verletzt worden. Die Ausgaben für Herdenschutzmaßnahmen belaufen sich auf über 23 Millionen Euro.
Möglich werden die schärferen Regeln durch eine Entscheidung der EU. Der Schutzstatus des Wolfs ist von "besonders geschützt" auf "geschützt" herabgestuft worden. In Nordrhein-Westfalen leben vier Wolfsrudel, darunter auch das Rudel im Schermbecker Wolfsgebiet bei uns am Niederrhein. Von der bekannten Wölfin Gloria fehlt allerdings seit über einem Jahr jede Spur. Das NRW-Umweltministerium plant, Herdenschutzmaßnahmen künftig landesweit zu fördern. Bisher gab es Unterstützung nur in ausgewiesenen Wolfsgebieten. Die Länder erhalten durch die neuen Bundesregelungen mehr Handlungsspielraum im Umgang mit den Raubtieren. Wann die Gesetze in Kraft treten, ist noch offen.