
Der VRR hat sein Tarifsystem weiter umgebaut. Das Zwei-Waben-System ist jetzt vollständig Geschichte. Die Preiszonen sind erneut neu zugeschnitten. Die neuen Grenzen orientieren sich stärker an echten Pendlerwegen, Kreisgrenzen und Verkehrsachsen. Innerstädtische Tarifgrenzen in großen Städten wie Duisburg, Düsseldorf, Dortmund, Essen und Wuppertal fallen komplett weg. Für manche Fahrgäste im Kreis Wesel ist der Weg zur Arbeit oder in die Nachbarstadt damit günstiger geworden – für andere teurer. Der Unterschied hängt davon ab, welche Strecke jemand fährt und welches Ticket er nutzt. Wer das Deutschlandticket oder das digitale Ticket eezy.nrw nutzt, merkt von der Reform erst einmal nichts. Diese Gruppe macht nach Angaben des VRR die Mehrheit der Fahrgäste aus.
Wer im Kreis Wesel mehr zahlt – und wer weniger
Günstiger ist es jetzt zum Beispiel für Fahrgäste von Kamp-Lintfort nach Neukirchen-Vluyn. Auch Verbindungen von Xanten nach Sonsbeck oder nach Alpen sind preiswerter geworden. Wer dagegen von Moers-Mitte nach Neukirchen fährt, ist von der Preisstufe A in die teurere Preisstufe B gerutscht. Gleiches gilt für die Strecke von Dinslaken nach Duisburg-Nord. Auch Fahrten von Moers-Repelen nach Kamp-Lintfort-Mitte oder von Moers-Mitte nach Duisburg-Rheinhausen kosten jetzt mehr. Der Grund ist der Wegfall des bisherigen Zwei-Waben-Tarifs. Wer auf diesen Strecken trotzdem sparen will, kann auf das digitale Ticket eezy.nrw ausweichen. Der eezy-Tarif rechnet den Preis nach der tatsächlich gefahrenen Strecke – und ist auf diesen Verbindungen oft deutlich günstiger als ein klassisches Einzelticket der Preisstufe B. Ein Beispiel: Für die Fahrt vom Königlichen Hof in Moers zum Bismarckplatz in Duisburg-Homberg kostet ein normales Einzelticket 7,80 Euro. Mit eezy sind es 3,47 Euro.