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Campingplatz Hoschenhof schließt Ende 2029
© FUNKE Foto Services / Volker Herold
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Campingplatz Hoschenhof schließt Ende 2029

Der Campingplatz am Hoschenhof zwischen Neukirchen-Vluyn und Rheurdt hat keine Zukunft mehr. Der Betreiber beendet jahrelange Planungen und löst das Gelände auf.

Veröffentlicht: Montag, 04.05.2026 05:11

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Der Campingplatz am Hoschenhof existiert seit mehr als 60 Jahren. Rund 200 Parzellen gibt es auf dem Gelände am Großen Parsick, einem alten Rheinarm zwischen Neukirchen-Vluyn und der Gemeinde Rheurdt. Etwa hundert davon sind dauerhaft bewohnt. Genau das ist seit Jahren das zentrale Problem: Die Gebäude dort haben keine Baugenehmigung und keinen Bestandsschutz. Dauerhaftes Wohnen ist auf einem Campingplatz baurechtlich nicht erlaubt. Bereits 2020 begannen deshalb erste Überlegungen, das Gelände planungsrechtlich zu ordnen. 2023 stellte der Betreiber selbst den Antrag auf ein Bebauungsplanverfahren. Neukirchen-Vluyn und Rheurdt beschlossen daraufhin gemeinsam, einen solchen Plan aufzustellen und die Flächennutzungspläne beider Kommunen anzupassen. Noch im Februar dieses Jahres unterzeichneten beide Städte eine offizielle öffentlich-rechtliche Vereinbarung über die gemeinsame Planung. Parallel dazu mussten viele Bewohner ihre Häuser bereits verkleinern oder versetzen, weil der Brandschutz auf dem Gelände nicht den Vorschriften entsprach. Einige haben den Platz seitdem ganz verlassen.

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Betreiber sieht keine wirtschaftliche Zukunft

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Jetzt zieht der Betreiber, die Konijnenberg-Gröwig Camping, einen Schlussstrich. Das Unternehmen will das laufende Bebauungsplanverfahren nicht weiterverfolgen. Die Gründe sind mehrere: Zum einen sieht der Betreiber rechtliche Risiken durch den Lärm der nahen Autobahn 40, die südlich des Geländes verläuft. Zum anderen wären selbst bei einem erfolgreichen Bebauungsplan voraussichtlich nicht alle Gebäude genehmigungsfähig gewesen – zu groß, zu nah beieinander oder nicht regelkonform. Hinzu kommt, dass viele Bewohner die Kosten für notwendige Umbauten oder Neubauten nicht stemmen können. Und neue Nutzer, die in moderne Wochenendhäuser investieren würden, seien wegen der Lage an der Autobahn kaum zu erwarten. Das Ziel ist jetzt eine geordnete Auflösung bis zum 31. Dezember 2029. Die bestehenden Nutzungsverträge laufen dafür schrittweise aus. Sowohl die Stadt Neukirchen-Vluyn als auch die Gemeinde Rheurdt bedauern die Entscheidung, respektieren sie aber. Gegen die Schließung läuft eine Onlinepetition mit bislang rund 855 Unterschriften.

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