
In NRW gibt es heute mehrere Demos gegen die Castortransporte. Die Atomkraft-Gegner gehen davon aus, dass die ersten Schwerlaster in der Nacht zu morgen rollen. Der radioaktive Atommüll soll von Jülich nach Ahaus gebracht werden. In beiden Städten sind Kundgebungen der Umwelt-Aktivisten geplant, aber auch auf der möglichen Route. Ab 20 Uhr ruft etwa der BUND unter der Baerler Brücke zur Mahnwache auf. Er rechnet damit, dass die Castortransporte über die A42 Moerser und Duisburger Stadtgebiet durchkreuzen. Erst vor wenigen Tagen hat das Verkehrsministerium eine Drohnenflugverbotszone entlang dieser Strecke ausgewiesen. Es wäre auch die kürzeste Verbindung über die Autobahnen.
Die Mahnwache ist laut BUND bei der Polizei angemeldet und genehmigt. Man wolle die Menschen in der Region sensibilisieren, denn es drohten noch Dutzende weiterer solcher Transporte. Die Mahnwache beginnt um 20 Uhr auf dem Pendlerparkplatz Hegentweg, Ecke Rheindeichstraße. Sie soll enden, nachdem der Castortransport die Brücke passiert hat, spätestens aber in der Nacht zum Mittwoch um 4 Uhr, so der BUND. Teilnehmer sollten wegen der begrenzten Parkplätze Parkmöglichkeiten im näheren Umfeld nutzen – zum Beispiel an der Kohlenhuckstraße – und zu Fuß zum Veranstaltungsgelände kommen. Der BUND hält es für unverantwortlich, diese Transporte durchzuführen – besonders in unsicheren Zeiten und über kaum zu schützende Autobahnen. Der Atommüll solle in Jülich bleiben, auch wenn das bedeutet, dort ein neues Lager zu errichten.
Die geplanten Transporte sind kein einmaliges Ereignis. Insgesamt sollen 152 Castor-Behälter von Jülich nach Ahaus gebracht werden. Pro Transport können maximal drei Behälter mitgenommen werden – das zieht sich nach Einschätzung von Experten über bis zu zwei Jahre hin. In Jülich lagern die Brennelemente-Kugeln aus einem früheren Versuchsreaktor seit zwölf Jahren ohne gültige Genehmigung. Bund und Land haben sich nicht auf ein neues Zwischenlager in Jülich einigen können. Das Zwischenlager in Ahaus ist zumindest bis 2036 genehmigt. Ein dauerhaftes Endlager für den radioaktiven Müll ist in Deutschland noch nicht in Sicht.