
Open Grid Europe plant eine rund 200 Kilometer lange Pipeline. Über den „Delta Rhine Corridor“ soll CO2 aus NRW-Industriebetrieben in die Niederlande transportiert werden. Noch steht der Trassenverlauf nicht endgültig fest. Bei uns im Kreis Wesel könnten etwa Moers, Dinslaken und Schermbeck betroffen sein. Besonders groß ist der Widerstand gerade in Duisburg. Über tausend Menschen waren hier schon gegen mögliche Rodungen im Stadtwald auf die Straße gegangen. Heute lädt die Stadt zu einem Infoabend ab 18.30 Uhr im Haus der Naturfreunde in Wanheimerort ein. Auch sie sorgt sich um die Fällung wertvoller, alter Bäume. Sie gehört aber nicht zu den Entscheidungsträgern.
Pipeline-Trasse bedroht Duisburger Stadtwald
Das Problem bei der Verlegung der Pipeline ist, dass ein Arbeitsstreifen von rund 27,5 Metern Breite benötigt wird. Die aktuell von den Planern bevorzugte Trasse könnte 17 Hektar des Duisburger Stadtwalds auf einer Länge von sechs Kilometern betreffen. Hier stehen unter anderem 189 Jahre alte Stieleichen und 119 Jahre alte Rotbuchen. Es gibt auch noch eine umweltverträglichere Variante. Die ist aber länger und technisch aufwändiger. Bei dem Info-Abend in Duisburg ist heute auch ein Förster vor Ort.
Stadt Duisburg äußert sich zum Infoabend
Oberbürgermeister Sören Link wird in einer Mitteilung der Stadt Duisburg zitiert: „Wir nehmen die Sorgen der Bürgerinnen und Bürger um ihre Umwelt und die Zukunft unserer Waldgebiete sehr ernst.“ Dezernentin Linda Wagner sagt laut der Mitteilung: „Ein Vorhaben dieser Größenordnung darf nicht zulasten wertvoller Naturflächen umgesetzt werden, ohne dass alle zumutbaren Trassenalternativen sorgfältig geprüft worden sind.“ Die Stadt lädt alle interessierten Bürgerinnen und Bürger ein, sich beim Infoabend zu informieren und eigene Fragen zu stellen.