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Der Kreis Wesel will aus dem Freizeitzentrum Xanten aussteigen
© Sebastian Falke
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Der Kreis Wesel will aus dem Freizeitzentrum Xanten aussteigen

Der Kreistag Wesel hat entschieden: Der Kreis möchte seine Beteiligung am Freizeitzentrum Xanten beenden. Die Einrichtung an der Xantener Nord- und Südsee schreibt seit Jahren rote Zahlen.

Veröffentlicht: Freitag, 27.03.2026 06:55

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Das Freizeitzentrum Xanten – kurz FZX – ist ein beliebtes Ausflugsziel am Niederrhein. Es liegt direkt an der Xantener Nord- und Südsee und bietet ein breites Freizeit- und Erholungsangebot. Betrieben wird es von einer gemeinnützigen GmbH. Gesellschafter sind der Kreis Wesel mit 25 Prozent, der Regionalverband Ruhr mit 50 Prozent und die Stadt Xanten mit 25 Prozent. Das Problem: Das FZX schreibt seit Jahren rote Zahlen. Bisher zahlen die drei Gesellschafter zusammen rund 590.000 Euro Zuschuss pro Jahr. Das reicht nicht mehr. Stadt Xanten und der Regionalverband Ruhr haben bereits einer Verdopplung der Zuschüsse zugestimmt – auf fast 1,2 Millionen Euro jährlich. Der Kreis Wesel sollte davon künftig rund 300.000 Euro pro Jahr übernehmen.

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Sonderzahlungen und drohende Insolvenzen – eine lange Geschichte

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Das FZX hat schon länger finanzielle Probleme. 2023 war ein besonders schwieriges Jahr – ein verregneter Sommer und ein schwaches Oktoberfest führten zu einem erheblichen Defizit. Bis Ende 2023 fehlten allein 600.000 Euro – im Frühjahr 2024 nochmal 200.000 Euro. Der Kreis Wesel leistete damals Sonderzahlungen: 150.000 Euro für 2023 und weitere 50.000 Euro für 2024. Auch Stadt Xanten und der Regionalverband Ruhr schossen Geld nach. Eine Insolvenz konnte so abgewendet werden. Der Kreistag forderte damals eine strategische Neuausrichtung und externe Gutachter. Das Oktoberfest hatte jahrelang laufende Defizite aufgefangen – doch diese Einnahmequelle ist nicht mehr verlässlich. Die strukturellen Probleme blieben.

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Kreistag macht den Weg frei – endgültige Entscheidung steht noch aus

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Der Kreistag Wesel hat am Donnerstagabend mit großer Mehrheit entschieden: Die Kreisverwaltung soll Verhandlungen mit der Stadt Xanten und dem Regionalverband Ruhr aufnehmen. Ziel ist ein Ausstieg des Kreises – statt dauerhaft höhere Zuschüsse zu zahlen, soll es eine einmalige Ablösesumme geben. Wie hoch die ausfällt und wer die Anteile des Kreises übernimmt – das ist noch offen. Klar ist die Richtung: Die Stadt Xanten soll künftig mehr Rechte in der Gesellschaft bekommen. Der Bestand des FZX soll dabei gesichert bleiben. Für das laufende Jahr 2026 zahlt der Kreis noch einen Zuschuss – in gleicher Höhe wie die Stadt Xanten. Ein endgültiger Beschluss steht noch aus – erst wenn die Verhandlungen abgeschlossen sind, entscheiden die politischen Gremien über die konkreten Details.

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