Die Gas-Pipeline Zeelink ist fertig und geprüft

Die Gas-Pipeline Zeelink ist fertig und auf Herz und Nieren überprüft. Sie ist gestern an die Betriebsführung der OpenGridEurope (OGE) und Thyssen übergeben worden.

© Sebastian Falke, Radio KW

Die Gas-Pipeline Zeelink ist fertig und auf Herz und Nieren überprüft. Sie ist gestern an die Betriebsführung der OpenGridEurope (OGE) und Thyssen übergeben. Ab dem 26.März ist die 215 Kilometer lange und 600 Millionen Euro teure Pipeline betriebsbereit. Damit sind die Bauarbeiten im Zeit- und Kostenplan geblieben, obwohl teilweise unter Corona-Bedingungen gearbeitet werden musste. Anhängige Klagen können die Inbetriebnahme wohl nicht mehr verhindern.

Projektleiter Kißing ist sehr zufrieden

Bei den Bauarbeiten ist niemand ernsthaft verletzt worden oder sogar zu Tode gekommen, ist Projektleiter Franz-Josef Kißing erleichtert. Corona hat die Arbeiten aber erschwert. 1800 Mitarbeiter aus 16 Nationen wollten auch mal ihre Familien besuchen. Die Reisebeschränkungen und Tests haben für einen enormen organisatorischen Mehraufwand gesorgt.


Projektleiter Franz-Josef Kißing© Sebastian Falke, Radio KW
Projektleiter Franz-Josef Kißing
© Sebastian Falke, Radio KW

Größte bauliche Herausforderungen

Die größten baulichen Herausforderungen auf unserem Kreisgebiet waren die Rheinunterquerung zwischen Rheinberg - Wallach und Voerde - Ork und die Unterquerung des Wesel-Datteln-Kanals.

Rheinunterquerung zwischen Wallach und Ork© OGE
Rheinunterquerung zwischen Wallach und Ork
© OGE

Aufwendige technische Prüfung und Überwachung

Die Sicherheits - Prüfung hat schon im Werk begonnen. Die hergestellten Rohre wurden per Ultraschall untersucht und einer Druckprüfung unterzogen. Jede Schweißnaht wurde doppelt geprüft, mit Ultraschall und Röntgen. Danach wurde die Leitung einer Streßdruck - Prüfung unterzogen, das heißt sie wurde unter den fast doppelten Druck des maximalen Betriebsdrucks gesetzt. Zudem wurde ein sogenannter "Molch" in die Leitung eingesetzt. Molche sind Inspektionsgeräte, die eine Fernleitung durchfahren und dabei nach eventuellen Verformungen in den Rohren suchen.


Ist die Leitung in Betrieb wird sie 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche überwacht. Wenn vorne auch nur minimal weniger Gas rauskommt als hinten eingegeben wurde, wird sofort nach dem Fehler gesucht. Die Leitung wird regelmäßig abgegangen und alle 14 Tage mit einem Helikopter überflogen. Ein zusätzliches Tool meldet Einwirkungen Dritter von außen.

Jedes Rohr wurde einzeln geprüft© Radio K.W.
Jedes Rohr wurde einzeln geprüft
© Radio K.W.
© Sebastian Falke

Restarbeiten sind noch zu erledigen

Bis Ende des Jahres werden noch Rekultivierungsmaßnahmen und Straßenreparaturen erledigt. Außerdem müssen aufwendige technische Dokumentationen erstellt werden. Im nächsten Jahr werden nur noch die gelben Pfosten an den Verlauf der Zeelink erinnern.

Technische Daten

Insgesamt sind etwa 13.000 Rohre verlegt worden. Das entspricht einer Stahlmenge von einer rund 100.000 Tonnen. 30.000 Schweißnähte wurden für die 216 km lange Leitung gesetzt, die von Lichtenbusch im Raum Aachen bis nach Legden ins Münsterland führt.

Die Gesamtkosten des Projektes ZEELINK (Leitung und Verdichter) belaufen sich auf gut 600 Millionen Euro.

ZEELINK ist Voraussetzung für die rechtzeitige Umstellung von L- auf H Gas für Millionen Haushalts-, Gewerbe- und Industriekunden in Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus.

Klagen sind noch anhängig

Vor dem Oberverwaltungsgericht Münster sind noch zwei Klagen von der Gemeinde Hünxe und der Initiative "Zeelink – nein danke!" gegen den Bau der Erdgasfernleitung anhängig. Selbst Hünxes Bürgermeister Buschmann räumt denen aber wenig Chancen ein. Projektleiter Franz-Josef Kißing ist sich sicher, dass OpenGridEurope beim Bau der Leitung alle Auflagen des Gesetzgebers erfüllt hat. Das Gericht hat aber das letzte Wort.

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