
Die Stadt Dinslaken wollte es genau wissen: Wie wohl fühlen sich junge Menschen hier? Wo halten sie sich auf? Und was brauchen sie? Zwischen dem 9. März und dem 15. April haben mehr als 700 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene zwischen zehn und 27 Jahren an einer Online-Umfrage teilgenommen. Die meisten Antworten kommen von 14- bis 17-Jährigen. Viele von ihnen besuchen das Dinslakener Gymnasium. Die Schulen haben die Umfrage als Multiplikator weitergegeben. Am Dienstagabend sind die Ergebnisse im Kinder- und Jugendparlament vorgestellt worden. Das Kinder- und Jugendparlament – kurz KiJuPa – ist übrigens das älteste im Kreis Wesel, gegründet bereits 1998. Beim Wohlbefinden in Dinslaken vergeben die meisten Befragten eine zwei oder drei. Das ist ein solides Ergebnis. Bei der Frage, wie gut die Stadt die Interessen von Jugendlichen berücksichtigt, fällt die Bewertung schlechter aus – im Schnitt eine Drei minus.
Das fehlt in Dinslaken – klare Ansagen der Jugendlichen
Die Kritik der jungen Menschen ist konkret, wie die NRZ berichtet. Am häufigsten nennen sie fehlende kostenlose Freizeitangebote. Dazu kommen öffentliche Treffpunkte ohne Konsumzwang und ohne pädagogisches Konzept. Auch der Nahverkehr ist ein Thema. Buslinien und Bahn sind in Dinslaken nicht gut aufeinander abgestimmt. Das kritisiert auch das KiJuPa seit Längerem. Ein Stadtbuskonzept ist zwar entwickelt worden – aus finanziellen Gründen aber bisher nicht umgesetzt. Beim Nahverkehrsplan des Kreises Wesel werden Jugendliche bislang nicht gehört. Das soll sich jetzt ändern: Die Stadt hat das KiJuPa eingeladen, einen Vertreter in den Arbeitskreis Mobilität zu schicken. Viele der Befragten geben außerdem an, dass sie selbst aktiv mithelfen wollen – bei Projekten für Jugendliche in Dinslaken. Die Ergebnisse der Umfrage fließen jetzt in den kommunalen Kinder- und Jugendförderplan ein.