
Insgesamt ertrinken in Deutschland seit Jahresbeginn 320 Menschen, wie die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft mitteilt. Das sind acht weniger als im Vorjahr. Allein in der Badesaison von Mai bis zum Ende der Sommerferien sterben jedoch 248 Menschen, zwölf mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Juni wird zum folgenschwersten Monat: 101 Menschen verlieren dort ihr Leben im Wasser, so viele wie seit 2003 nicht mehr in einem Juni. Auch im Kreis Wesel endet der Sommer tragisch. Im Juni kentert ein Kanu auf der Lippe, kurz vor der Mündung in den Rhein. Ein 53 Jahre alter Mann aus Krefeld ertrinkt dabei. Zwei weitere Insassen retten sich ans Ufer.
Besonders junge Männer
In Nordrhein-Westfalen zählt die DLRG bis Mitte September 54 Todesfälle, 16 mehr als im Vorjahreszeitraum. Damit liegt NRW bundesweit auf Platz zwei hinter Bayern, das trotz eines Rückgangs weiterhin die meisten Badetoten meldet. Besonders auffällig ist auch hier der Juni: In NRW sterben in diesem Monat 22 Menschen, im Vorjahr sind es zwölf. Die meisten tödlichen Unfälle passieren in Flüssen, gefolgt von Seen und Kanälen. Bundesweit sind vor allem junge Menschen betroffen: Seit Jahresbeginn ertrinken 88 Personen zwischen elf und 30 Jahren, 15 mehr als im gesamten Vorjahr. „Jugendliche und junge Männer gehen häufig vermeidliche Risiken ein“, sagt DLRG-Präsidentin Ute Vogt laut dpa. Sie seien oft leichtsinnig, überschätzten sich selbst und könnten häufig nicht ausreichend schwimmen. Die DLRG fordert deshalb mehr Investitionen in Schwimmbäder und besseren Schwimmunterricht an Schulen.