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Dreigleisiger Betuwe-Ausbau: Marathon-Sperrungen fast vorbei
© Anna Fiehe - Radio K.W.
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Dreigleisiger Betuwe-Ausbau: Marathon-Sperrungen fast vorbei

Bald sind die 80-wöchigen Marathon-Sperrungen auf der Betuwe-Zugstrecke vorbei. Ab Montag (20.4.) startet die vorerst letzte Vollsperrung zwischen Emmerich und Oberhausen.

Veröffentlicht: Dienstag, 14.04.2026 04:16

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Hinter den Zugpendlern im Kreis Wesel liegen bald 80 Wochen andauernde Teil- und Vollsperrungen auf der Betuwe-Strecke. Zwischen Emmerich und Oberhausen wurde besonders intensiv an dem dritten Gleis gebaut. Jetzt geht zumindest dieser Baustellen-Marathon ins Finale, auch wenn die Arbeiten selber noch Jahre dauern. In den letzten Monaten hat die Bahn schon 25 km neue Oberleitungen verlegt und über eine Länge von insgesamt 9 km neue Schallschutzwände verbaut. Außerdem wurden 21 Brücken neu gemacht oder erweitert und fast 18 km neue Gleise verlegt. Dabei gab es  - wenn überhaupt - nur kleinere Probleme, heißt es vom Projektleiter. Deshalb ist man auch zuversichtlich dass bis Mitte Mai noch alles geschafft wird, was geschafft werden soll. 

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Marathon-Sperrungen auch wegen Kanalbrücken nötig

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Eine besondere Herausforderung für Ingenieure und Bauarbeiter war zuletzt die Überquerung des Wesel-Datteln-Kanals. Die bestehende Brücke sollte nicht nur breiter, sondern auch 1,5 Meter höher werden, damit die immer größeren Schiffe auf der Bundeswasserstraße darunter durchpassen. Weil schwere Güterzüge nicht mit starken Steigungen klarkommen, mussten die Gleise auf mehreren Kilometern Länge zwischen Voerde und Wesel auf das neue Höhenniveau angepasst werden. Dafür müssen auch andere Brücken, Oberleitungen und sogar ein Bahnhof angehoben werden.

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Vierwöchige Vollsperrung zum "Finale" ab Montag

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Ab Montag (20.4.) heißt es für die Pendler im Kreis Wesel nochmal: Vier Wochen Schienenersatzverkehr. Da muss etwa noch die letzte neue Kanalbrücke eingeschwommen werden. Und die Bahnsteige am Voerder Bahnhof müssen noch fertig werden. Ab dem 18. Mai sollen die Züge zwischen Oberhausen und Emmerich dann endlich wieder regulär fahren. Außerdem gehen zwischen Voerde und Dinslaken die ersten sechs Kilometer in Betrieb, die schon dreigleisig befahrbar sind. Ganz ohne Vollsperrungen wird es auf der Betuwe-Strecke auch in Zukunft nicht gehen. Die nächste steht aber erst wieder im November an. 

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Niederländer mit dreigleisigem Ausbau längst fertig

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Insgesamt wird auf der Strecke seit 2017 gearbeitet. Der rund 73 Kilometer lange Abschnitt gehört zum europäischen Güterverkehrskorridor von Rotterdam nach Genua, einem Prestigeprojekt der europäischen Verkehrspolitik. Die Pläne dafür wurden schon in den 1990er Jahren gefasst. Während die moderne Betuwe-Linie in den Niederlanden bis zur deutschen Grenze bereits 2007 fertiggestellt wurde, hängt Deutschland um Jahrzehnte hinterher. 

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