
Im Kreis Wesel hat sich die Zahl der Unfälle mit E-Scootern im letzten Jahr deutlich erhöht. Von rund 100 Unfällen ist sie auf etwa 160 gestiegen. Das sind Fälle, bei denen Menschen zu Schaden gekommen sind – darunter nicht nur die Fahrer selbst, sondern auch unbeteiligte Dritte. Die Kreispolizei beobachtet diese Entwicklung seit Längerem mit Sorge. Bundesweit zeigt sich ein ähnliches Bild. In NRW hat die Zahl der verunglückten E-Scooter-Fahrer laut Statistischem Landesamt im Jahr 2024 um mehr als ein Fünftel zugenommen. Im Kreis Wesel ist der Anstieg noch deutlicher als im Landesschnitt. Die Polizei führt das nicht allein auf mehr Scooter im Straßenverkehr zurück. Auch das Verhalten der Fahrer spielt eine große Rolle – vor allem das der jüngeren.
Zu jung, zu rücksichtslos
E-Scooter dürfen erst ab 14 Jahren gefahren werden. Doch die Kreispolizei stellt fest: Immer häufiger sind jüngere Kinder damit unterwegs. Dazu kommt, dass viele grundlegende Verkehrsregeln ignoriert werden. Mehrere Personen fahren auf einem Scooter, rote Ampeln werden überfahren, Gehwege als Fahrbahn genutzt. Die NRZ zitiert Landrat Ingo Brohl mit einem „Wildwest-Gefühl" – und der Landrat macht dabei keinen Hehl aus seiner Meinung. Er spricht sich klar für eine verpflichtende Sachkunde-Schulung für E-Scooter-Fahrer aus, am besten mit Führerscheinpflicht. Das ist allerdings Sache des Gesetzgebers – nicht der Kreispolizeibehörde. Was die Polizei selbst tun kann: mehr kontrollieren. Und genau das passiert jetzt. Wer bei einem Verstoß erwischt wird, muss mit einem Bußgeld rechnen.