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Eindringlinge stören Delfin-Show im Zoo Duisburg
© Gerd Wallhorn / FUNKE Foto Services
Delfin im Zoo Duisburg
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Eindringlinge stören Delfin-Show im Zoo Duisburg

Sonntagmittag im Zoo Duisburg – drei Personen springen unbefugt in das Delfin-Becken. Die Polizei rückt an. Der Streit um die Delfinhaltung in Duisburg ist damit wieder voll entbrannt.

Veröffentlicht: Montag, 27.07.2026 06:15

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Am Sonntagnachmittag haben drei Personen eine Delfin-Vorführung im Zoo Duisburg gestört. Gegen 14:40 Uhr sind zwei Männer und eine Frau unbefugt in das Becken des Delfinariums gestiegen. Sie hielten Protestplakate hoch. Das hat ein Zuschauer vor Ort berichtet. Die Delfine wurden sofort aus dem Wasser geholt. Kurz darauf traf die Polizei ein. Als die Beamten ankamen, war das Delfinarium bereits geräumt. Das Trio war nicht mehr im Wasser. Die Polizei hat den Einsatz auf Nachfrage der WAZ bestätigt. Die drei wurden zur Wache gebracht. Strafanzeigen sind laut Polizei zu erwarten. Die Ermittlungen laufen. Wie es den Delfinen nach dem Vorfall geht, ist bisher nicht bekannt.

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Wiederholte Proteste im Zoo Duisburg – kein Einzelfall

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Es ist nicht das erste Mal. Bereits im Mai 2023 haben vier Personen eine Delfin-Show im Zoo Duisburg gestört. Auch damals hielten sie Plakate hoch – kurz nach Beginn der 11:30-Uhr-Vorführung. Und schon im August 2022 war eine Gruppe unbefugt ins Becken gelangt. Der Zoo hat die Tiere damals jeweils sofort in Sicherheit gebracht. Er betonte aber: Solche Vorfälle gefährden das Wohl der Delfine. Über Neoprenanzüge können Krankheitserreger ins Wasser gelangen. Das sei ein unkalkulierbares Risiko für die Tiere, so der Zoo. Die Delfinhaltung in Duisburg hat eine lange Geschichte. Seit 1965 hält der Zoo am Kaiserberg Delfine – damals eine Neuheit in Europa. 1978 gelang dort die erste Nachzucht eines Großen Tümmlers in Deutschland. Derzeit leben neun Große Tümmler im Duisburger Delfinarium.

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Zoo Duisburg – die eigene Position zur Delfinhaltung

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Der Zoo Duisburg sieht seine neun Großen Tümmler nach eigenen Angaben als „Botschafter ihrer Art". Auf seiner Website schreibt der Zoo: Die Delfine sollen auf die Bedrohung ihrer Artgenossen in der Wildbahn aufmerksam machen. Im öffentlichen Training erfahren Besucher laut Zoo Wissenswertes über Haltung und die Eigenarten der Tiere. Der Zoo engagiert sich außerdem für die Naturschutzorganisation Yaqu Pacha. Die Organisation ist seit 1992 in Südamerika aktiv und schützt marine Säugetiere – darunter Delfine, Seekühe, Robben und Otter. Der Zoo Duisburg unterstützt Yaqu Pacha finanziell durch Spendenaktionen und betreibt im Zoo Aufklärungsarbeit mit Informationstafeln und Aktionstagen. Die Haltung der Tiere werde laut Zoo von wissenschaftlichen Studien begleitet. In der Vergangenheit verwies der Zoo auf öffentlich zugängliche Futterprotokolle als Beleg für seine Transparenz.

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PETA erhebt seit Jahren schwere Vorwürfe gegen Zoo Duisburg

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Die Tierschutzorganisation PETA sieht das grundlegend anders. Bereits 2014 hat PETA-Meeresbiologin Dr. Tanja Breining in einer offiziellen Stellungnahme für den NRW-Landtag gefordert, die Delfinhaltung in Duisburg zu beenden. PETA zufolge sind im Zoo seit Beginn der Delfinhaltung mehr als 60 Tiere gestorben – PETA beruft sich dabei auf eigene Recherchen und Berechnungen. Zuletzt starb im Mai 2023 das Delfinbaby Domingo nach sieben Monaten. Der Zoo nannte als Ursache eine Schädelfraktur durch Zusammenstöße mit anderen Tieren. PETA sieht darin ein strukturelles Problem der Beckenhaltung: In engen Becken könnten die Tiere einander nicht ausweichen. Außerdem wirft PETA dem Zoo mangelnde Transparenz vor – etwa bei Zuchtbüchern und der Medikamentengabe. Das kritisierte die Organisation bereits 2014 in einer Stellungnahme für den NRW-Landtag. PETA fordert einen sofortigen Zucht- und Importstopp sowie die Übersiedelung der Tiere in eine betreute Meeresbucht. Frankreich hat Shows mit Meeressäugern und den Import von Delfinen inzwischen verboten. In Deutschland gibt es noch zwei Delfinarien: in Duisburg und in Nürnberg.

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