
Tausende weiße Insekten haben am Wochenende am Duisburger Hauptbahnhof und auf der Düsseldorfer Rheinkirmes für Aufsehen gesorgt. Viele dachten, es seien Motten – es waren aber Eintagsfliegen, sagt die Biologische Station Kreis Wesel. Die Tiere schlüpfen alle gleichzeitig aus dem Rhein und seinen Nebengewässern. Das hat einen einfachen Grund: Wenn alle auf einmal schlüpfen, steigt die Chance, einen Partner zu finden. Nach der Paarung ist ihr kurzes Leben vorbei. Auf sozialen Netzwerken kursierten Videos mit zehntausenden Likes. Viele Nutzer spekulierten über eine „Motten-Invasion" – Experten stellen das klar.
Eintagsfliegen im Kreis Wesel – diese Orte gelten als Hotspots
Für den Kreis Wesel gibt es bisher in diesem Jahr keine Meldungen über auffällige Massenschwärme. Dass die Tiere bald auch hier auftauchen, ist aber gut möglich, sagt die Biologische Station. Als mögliche Hotspots gelten die Rheinbrücke in Wesel oder der Diersfordter Waldsee. Dort wurden in den vergangenen Jahren schon größere Mengen gesichtet. Manchmal kommen sogar Vögel, um die Insekten zu fressen. Die Eintagsfliegen leben im Rhein, in Nebengewässern und in Baggerseen im Kreis Wesel. In den letzten Jahren sind sie immer wieder in großer Zahl aufgetreten. Das sei nicht ungewöhnlich, so die Biologische Station. Und es steckt sogar eine gute Nachricht dahinter: Solche Massenschwärme zeigen, dass die Wasserqualität im Rhein stimmt. Vor 60 Jahren galt die Art noch als fast ausgestorben. Strengerer Umweltschutz und moderne Kläranlagen haben die Bestände zurückgebracht.