
Wer dieser Tage über die Felder und Wiesen am Niederrhein spaziert, sieht sie wieder häufiger: Feldhasen, die in Gruppen durch die Landschaft flitzen und wilde Haken schlagen. Die Population hat sich nach Angaben der Kreisjägerschaft Wesel deutlich erholt. Noch vor zwei Jahren hatte eine gefährliche Seuche die Tiere im Kreis Wesel hart getroffen. Die sogenannte Myxomatose, eine Viruskrankheit, war vom Kaninchen auf den Feldhasen übergesprungen. Besonders betroffen war der Orsoyer Rheinbogen – dort starben bis zu 90 Prozent der Tiere. In Sonsbeck lag der Verlust bei 60 bis 70 Prozent. In Kamp-Lintfort dagegen nur bei etwa 15 Prozent. Als Reaktion auf den Ausbruch verzichteten die Jäger im Kreis Wesel 2024 weitgehend auf die Hasenjagd.
Paarungszeit auf den Höhepunkt
Pünktlich zur Osterzeit läuft jetzt die Paarungszeit der Feldhasen auf Hochtouren. Häsinnen und Rammler liefern sich auf den Feldern spektakuläre Wettläufe und Boxkämpfe. Die Jäger im Kreis beobachten den Bestand mit modernen Wärmebildkameras – im Frühjahr und im Herbst. Aus den Zählergebnissen ergibt sich, wie viele Tiere bejagt werden dürfen. Die Jagdzeit ist auf Oktober bis Dezember begrenzt. Den Rest des Jahres gilt Schonzeit. Neben der Jagd setzen auch Füchse, Waschbären und Rabenkrähen den Jungtieren zu. Der Vorsitzende der Kreisjägerschaft Wesel sagt aber: Der Feldhasenbestand im Kreis ist wieder stabil.