
24.000 Tonnen mit Giftstoffen belastete Böden sollen in Kamp-Lintforter Kiesseen gelandet sein. Davon geht zumindest die Staatsanwaltschaft aus. Sie hat vergangene Woche eine erste Anklage im landesweiten Giftmüllskandal rund um Tagebau-Gebiete erhoben. Die darin öffentlich gewordenen Details haben viele bei uns aufgeschreckt. Der SPD-Abgeordnete René Schneider hakt deshalb nochmal bei der Landesregierung nach. Er fordert mehr Klarheit für Anwohner an den Verdachts-Standorten in Kamp-Lintfort. Angesichts dieser Größenordnung müssten die belasteten Böden außerdem entfernt werden. Schneider fragt auch nach den Konsequenzen für die Tagebau-Betreiber und wie ähnliche Delikte künftig verhindert werden sollen.
Erste Anklage richtet sich gegen 63-Jährigen
Die erste Anklage im Skandal um die illegale Entsorgung hat die Staatsanwaltschaft Dortmund gegen einen 63-Jährigen erhoben. Der Mann aus Unna sitze seit vergangenem Oktober in U-Haft. Er soll mit einem Speditions- und Entsorgungsunternehmen Aufträge übernommen haben. Dabei soll er belastete Böden und andere Abfälle umdeklariert, mit unbelastetem Material vermischt und an nicht zugelassenen Orten abgelagert haben. Zugleich sei Auftraggebern und Behörden eine ordnungsgemäße Entsorgung vorgetäuscht worden. Neben Kamp-Lintfort sind etwa auch Bottrop und Selfkant betroffen. In Kamp-Lintfort liegt der mutmaßliche Schaden laut Anklage bei mehr als 360.000 Euro.