
Den Schafmarkt in Schermbeck-Gahlen gab es in diesem Jahr zum zweiten Mal. Am Wochenende kamen viele Besucher in die Dorfmitte. Es gab Musik, Essensstände und jede Menge Tiere. Gahlen hat eine lange Verbindung zur Schafhaltung. Früher war der Ort ein sogenanntes Schäferquartier. Durchziehende Schäfer machten hier mit ihren Herden Station. Sie fanden Kost und Unterkunft im Dorf. Diese Tradition lebt bis heute weiter. Der Schafmarkt selbst geht auf einen alten Viehmarkt zurück. Über Generationen hat er sich zu dem entwickelt, was Besucher heute in Gahlen erleben.
Hirtenzug in Gahlen macht auf Nachwuchsmangel aufmerksam
Am Sonntag ist auch ein Hirtenzug über die Kirchstraße gezogen. Rund 100 Schafe waren mit dabei. Angeführt wurde der Zug von NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen und Landrat Ingo Brohl. Auch Wanderschäfer Maik Dünow aus Wesel läuft mit. Hinter dem Zug steckt eine Botschaft. Die Schäfer machen auf den Mangel an Nachwuchs in ihrem Beruf aufmerksam. Aktuell gibt es in ganz Nordrhein-Westfalen keinen einzigen Auszubildenden mehr in der Schäferei. Die Schäfer sehen darin eine Gefahr für alte Handwerkstraditionen. Gleichzeitig betonen sie die Bedeutung ihrer Arbeit für den Naturschutz. Ihre Herden pflegen zum Beispiel die Grasnarbe auf Deichen.
Weiterreise nach Brüssel
Der Hirtenzug macht in Gahlen nur Station. Der Hirtenstab wird symbolisch immer weitergegeben. Im Oktober soll der internationale Hirtenzug in Brüssel ankommen. Der Abschluss wird zu einer europaweiten Veranstaltung. Geplant sind ein gemeinsamer Zug zum Europäischen Parlament und ein Podium mit Europaabgeordneten. Der Termin ist Teil des Internationalen Jahres der Weidelandschaften und des Hirtentums. Aus Spanien hat sich bereits ein Hirtenchor mit rund 50 Personen angekündigt. Auch Hirten und Weidetierhalter aus Deutschland sind zur Teilnahme eingeladen.