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Gericht entscheidet über weiteren Kiesabbau im Kreis Wesel
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Gericht entscheidet über weiteren Kiesabbau im Kreis Wesel

Im Kreis Wesel könnten 17 neue Baggerlöcher durch den Kiesabbau entstehen. Möglich macht das der Regionalplan Ruhr. Heute entscheidet das Gericht, ob der überhaupt rechtens ist

Veröffentlicht: Freitag, 12.06.2026 04:03

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Heute verhandelt das Oberverwaltungsgericht in Münster über den Regionalplan Ruhr. Dabei geht es auch um die Zukunft des Kiesabbaus bei uns. Drei Klagen liegen vor. Der Kreis Wesel klagt gemeinsam mit Hamminkeln, Kamp-Lintfort, Rheinberg, Neukirchen-Vluyn sowie den Gemeinden Alpen und Hünxe. Sie werfen den Planern schwere Fehler vor – zum Beispiel bei der Berechnung des Rohstoffbedarfs. Außerdem kritisieren sie: Die Klimafolgen durch Abbaubetrieb und Lkw-Verkehr sind im Umweltbericht nicht ausreichend untersucht. Grundstückseigentümer aus Hünxe sagen: Ihr Eigentumsrecht wird verletzt, weil ihre Flächen direkt neben geplanten Abgrabungsgebieten liegen. Auf der anderen Seite klagt ein Rohstoffunternehmen vom Niederrhein, es will mehr Abbauflächen. Das Gericht will noch heute in allen drei Verfahren urteilen.

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Massive Eingriffe in die Landschaft

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Ohne Sand und Kies lässt sich kein Haus und keine Straße bauen und am Niederrhein lagern riesige Mengen davon. Doch der Abbau der Rohstoffe verändert die Landschaft massiv. Vielerorts entstehen riesige Löcher, die sich dann in Baggerseen verwandeln. Einige haben zwar einen hohen Freizeitwert wie die Xantener Südsee. Für viele Menschen in der Region nimmt der Kiesabbau inzwischen aber überhand. Der aktuelle Regionalplan könnte dem Kreis Wesel 17 weitere Baggerlöcher bescheren. Es seien «viel zu viele Flächen für den Kiesabbau» vorgesehen, schreibt der Kreis Wesel in einer Stellungnahme. Die Folge sei «die unumkehrbare Vernichtung unserer hochwertigen niederrheinischen Kulturlandschaft und Heimat». 

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Errechneter Bedarf an Kies ist umstritten

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Ein Knackpunkt bei dem Gerichtsurteil könnte der künftige Bedarf an Kies werden. Eine Initiative aus Kiesunternehmen sieht sich in der Sorge um Rohstoffknappheit bestätigt. Sie verweist auf erst kürzlich ins Gerichtsverfahren eingereichte Unterlagen. Aus ihnen gehe hervor, dass die tatsächlich genehmigten Restmengen für Sand und Kies deutlich kürzer reichten als bisher durch Monitoringberichte angenommen. Vor allem die Region zwischen Wesel, Kamp-Lintfort und Rheinberg gehört zu den kiesreichsten Gebieten Deutschlands. Allein in NRW werden laut dem Verband der Sand- und Kiesindustrie jährlich rund 55 Millionen Tonnen verbraucht. Laut Statistischem Landesamt erwirtschafteten die Kiesunternehmen letztes Jahr rund 740 Millionen Euro.

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