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Giftmüll-Prozess in Dortmund betrifft Kamp-Lintfort
© Hans Blossey
Umweltskandal Kamp-Lintfort
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Giftmüll-Prozess in Dortmund betrifft Kamp-Lintfort

In Dortmund steht seit dieser Woche der erste Angeklagte im NRW-Giftmüll-Skandal vor Gericht. Der Fall hat direkte Verbindungen nach Kamp-Lintfort.

Veröffentlicht: Mittwoch, 08.04.2026 04:45

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Laut Anklage stammt das belastete Material von der Baustelle des neuen ICE-Bahnhofs in Dortmund. Von dort sollen die Lkw direkt in den Kreis Wesel gerollt sein - und den Giftmüll illegal in Kies-Seen bei Kamp-Lintfort verklappt haben. Die Staatsanwaltschaft Dortmund hat den ersten von rund 40 Verdächtigen angeklagt. Er soll als Betriebsleiter einer Entsorgungsfirma Aufträge für belastete Bodenmaterialien übernommen haben. Der Vorwurf: Er soll die Erde falsch deklariert und an nicht zugelassenen Orten abgelagert haben. Gleichzeitig soll er Auftraggebern und Behörden eine ordnungsgemäße Entsorgung vorgespiegelt haben.

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Mehr als 54.000 Lkw-Ladungen quer durch NRW

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Der Fall in Kamp-Lintfort ist nur ein Teil eines viel größeren Skandals. Insgesamt sollen mehr als 54.000 Lkw-Ladungen mit giftig belastetem Material illegal entsorgt worden sein. Betroffen sind Seen und Gruben quer durch NRW - von Selfkant im Kreis Heinsberg bis Bottrop und Bochum im Ruhrgebiet. Firmen sollen tonnenweise Giftmüll falsch deklariert und billig verklappt haben - statt ihn ordnungsgemäß und teuer zu entsorgen. Lieferscheine, Wiegescheine und sogar Gutachten sollen gefälscht worden sein - für jede einzelne Ladung ein falsches Papier. Der finanzielle Schaden im gesamten Skandal liegt laut Staatsanwaltschaft bei mehr als sechseinhalb Millionen Euro - der Umweltschaden ist dabei noch gar nicht mitgerechnet. Eine große Razzia mit 300 Ermittlern hatte den Skandal vor einem Jahr ans Licht gebracht. Gegen insgesamt rund 40 Verdächtige laufen noch Ermittlungen - der jetzt Angeklagte ist bislang der Einzige, der in Untersuchungshaft sitzt.

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