
Nach dem Giftmüllskandal in Kamp-Lintfort werden jetzt auch private Brunnen untersucht. Laut Stadt besteht der Verdacht auf gefährliche Herbizide - das sind Rückstände von Pflanzenschutzmitteln wie Glyphosat. Sie könnten von illegal entsorgtem Gleisschotter stammen. Die ersten Wasserproben wurden schon entnommen, weitere sollen folgen. Bezirksregierung Arnsberg hatte die Tests veranlasst. Sie werden von der Stadt Kamp-Lintfort ausdrücklich begrüßt. Geprüft werden Brunnen von Kleingärtnern und Privatleuten, außerdem Kiesseen im Bereich Rossenray.
Pflanzenschutzmittel in Gleisschotter?
Der Giftmüllskandal um Tagebauen in NRW war bei einer Razzia ans Licht gekommen. Wegen vermutlich rund 24tausend Tonnen belasteter Böden in Kamp-Lintfort läuft aktuell auch ein Gerichtsverfahren. Ein Teil davon soll von einer Bahnbaustelle in Dortmund stammen, berichtet der SPD-Landtagsabgeordnete René Schneider. Dort wurden möglicherweise bis Ende 2023 noch Pflanzenschutzmittel in den Gleisbereichen verwendet. Das Recherchenetzwerk Correctiv hatte darauf aufmerksam gemacht.
Stadt begrüßt schnelles Eingreifen
Kamp-Lintforts Bürgermeister Christoph Landscheidt begrüßt das schnelle Eingreifen der Behörden. Angesichts der potenziellen Dimension fordert er jedoch, auch die Eigentümer und Betreiber der betroffenen Kiesgruben rechtlich ins Visier zu nehmen. Sollte sich der Gift-Verdacht bestätigen, müssten diese möglicherweise für die Beseitigung der Gefahr verantwortlich gemacht werden. Die ersten Untersuchungen der Behörden konzentrieren sich auf das Umfeld des Tagebaus Rossenrayer Feld Süd und den Rossenrayer See.