
Die Feuerwehr Krefeld ist am Mittwochabend kurz nach 19 Uhr zu einem Großbrand im Rheinhafen alarmiert worden. Auf dem Gelände eines Recyclingunternehmens steht ein riesiger Schrotthaufen in Flammen – rund 700 Tonnen Metallschrott brennen. Der Schrotthaufen hat einen Durchmesser von 50 Metern und ist 15 Meter hoch. Das Löschen gestaltet sich extrem schwierig. Die Einsatzkräfte müssen den Schrott mit Baggern auseinanderziehen, damit das Löschwasser auch ins Innere des Haufens gelangt. Das Löschwasser pumpt die Feuerwehr direkt aus dem Rhein. Zeitweise sind bis zu 150 Einsatzkräfte im Industriegebiet – aus Krefeld, aber auch aus Duisburg und Viersen. Drei Mitarbeiter des Betriebs haben versucht, das Feuer selbst zu löschen, dabei Rauchgas eingeatmet und sind leicht verletzt worden. Zwei von ihnen kommen vorsorglich ins Krankenhaus. Die Brandursache ist noch unklar.
Rauch zieht bis nach Düsseldorf – für den Kreis Wesel keine Gefahr
Die starke Rauchentwicklung sorgt für Warnungen in einem großen Umkreis. Die Feuerwehr löst in den Krefelder Stadtteilen Gellep-Stratum, Linn und Uerdingen Sirenenalarm aus. Über die Warn-App Nina erhalten Anwohner in weiten Teilen des Stadtgebiets eine Warnung. Der Rauch zieht mit dem Wind nach Süden – in den Rhein-Kreis Neuss und bis nach Düsseldorf. Auch die Kreisleitstelle Rhein-Kreis Neuss warnt die Bevölkerung. Für die Menschen im Kreis Wesel besteht nach aktuellen Messungen keine Gesundheitsgefahr. Anwohner in den betroffenen Gebieten sollen Fenster und Türen geschlossen halten und Klimaanlagen ausschalten. Messungen des Umweltamtes und des Landesumweltamts ergeben keine Giftstoffwerte über den Grenzwerten. Am Donnerstagmorgen gegen 7 Uhr stuft die Feuerwehr die Lage herunter – von Gefährdung auf Geruchsbelästigung. Die 30 Meter hohe Rauchsäule besteht zu diesem Zeitpunkt fast nur noch aus Wasserdampf. Kurz vor 7 Uhr gibt die Feuerwehr auch offiziell über die Nina-App Entwarnung. Im Hafengebiet kommt es aber noch bis in den Vormittag zu Verkehrsbehinderungen. Es ist bereits das zweite Mal innerhalb weniger Monate, dass es auf dem Gelände des Recyclingunternehmens brennt – zuletzt hat es dort im Dezember 2025 gebrannt.