
Die Linksrheinische Entwässerungs-Genossenschaft – kurz LINEG – mit Sitz in Kamp-Lintfor schlägt Alarm. Bis Ende Juni sind in ihrem Verbandsgebiet am linken Niederrhein, von Krefeld bis Xanten rund 460 Millimeter Niederschlag pro Quadratmeter gefallen. Normal wären knapp 495 Millimeter. Das klingt zunächst nach einem überschaubaren Minus. Doch der Juli 2026 verschärft die Lage massiv. Bisher sind in diesem Monat gerade einmal 1,8 Millimeter Regen gefallen. Im langjährigen Mittel sind es 71,9 Millimeter. Das entspricht weniger als drei Prozent des üblichen Wertes. Die Folgen sind in der Natur bereits deutlich sichtbar. Kleinere Bachläufe im Verbandsgebiet führen kaum noch Wasser. Seeufer fallen stellenweise großflächig trocken.
Grundwasser am Niederrhein unter Druck – Rhein spielt entscheidende Rolle
Auch das Grundwasser spürt die anhaltende Trockenheit. Die Stände sinken laut LINEG flächendeckend im Verbandsgebiet. Eine entscheidende Rolle dabei spielt der Rhein. Seit Mitte März liegt der Pegel in Ruhrort beständig unter der sogenannten Mittelwasserlinie. Das hat eine direkte Folge: Grundwasser fließt in Richtung Rhein ab. Weil sich Grundwasser langsam durch die Erdschichten bewegt, sind Veränderungen immer zeitverzögert zu beobachten. Die LINEG reagiert auf die sinkenden Grundwasserstände und passt ihre Pumpleistungen an. Vielerorts reduziert der Verband die Förderleistung seiner Pumpanlagen – sowohl im Grundwasser- als auch im Oberflächenwasserbereich.