
Seit Anfang Februar haben Unbekannte an der sechsgleisigen Gleisanlage am Orsoyer Bahnhof in Rheinberg insgesamt fünf Mal eingegriffen. Die Niederrheinischen Verkehrsbetriebe, kurz NIAG, bestätigen die Vorfälle. Die Täter haben Güterwaggons von abgestellten Zugverbänden abgekoppelt und Türen geöffnet. Das ist passiert meist an Wochentagen zwischen 16 und 19 Uhr. Die NIAG nutzt die Anlage intensiv für ihren Logistikbetrieb. Aufmerksames Betriebspersonal hat die Eingriffe jeweils rechtzeitig entdeckt. Die NIAG hat nach den ersten Vorfällen sofort Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet. Das Unternehmen macht klar: Das sind keine Dummejungenstreiche, sondern gefährliche Eingriffe in den Bahnverkehr.
Lebensgefahr an Bahnübergängen
Abgekoppelte Waggons können sich unkontrolliert in Bewegung setzen und auf die freie Strecke rollen. Besonders an Bahnübergängen wäre das lebensgefährlich. Der Paragraf 315 des Strafgesetzbuches stellt solche Eingriffe unter Strafe. Wer die Sicherheit des Schienenverkehrs gefährdet, riskiert eine Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren. Die Gleise und Züge gehören der NIAG, es handelt sich um eine private Bahnlinie. Eigentlich wäre die Kreispolizei Wesel zuständig. Die Bundespolizei hat die Ermittlungen aber an sich gezogen, weil abgekoppelte Waggons auch auf Hauptgleise rollen könnten. Der Bundespolizeisprecher Uwe Essenborn bestätigt: Es gibt inzwischen einen Tatverdacht gegen mehrere Jugendliche.
Videokameras sollen weitere Vorfälle verhindern
Entscheidende Hinweise kommen von aufmerksamen Anwohnern in Orsoy. Sie haben einem NIAG-Mitarbeiter ein Video übergeben, das auf eine Gruppe jüngerer Personen hindeutet. Dazu gibt es eine Liste mit Namen möglicher Beteiligter. Beides liegt jetzt bei der Bundespolizei. Die NIAG ist dankbar für die Hinweise der Bürgerinnen und Bürger. Um weitere Vorfälle zu verhindern, rüstet das Unternehmen die Anlage technisch auf. Geplant ist eine Videoüberwachung direkt an den Gleisen. Die Ermittlungen der Bundespolizei laufen.