
Der Regionalverband Ruhr (RVR) hat einen ungewöhnlichen Job ausgeschrieben: Haldenwärter auf der Halde Hoheward zwischen Herten und Recklinghausen. Über 1.000 Bewerbungen sind eingegangen. Den Zuschlag bekommt der 21-jährige Fynn K. aus Hamburg. Er bezieht dort für eine Woche ein Tiny-House, auf 152 Metern Höhe. Zu seinen Aufgaben gehören Robo-Schafe hüten, Sonnenaufgänge beobachten und das Ruhrgebiet von oben im Blick behalten. Für den Job gibt es 5.000 Euro Honorar. RVR-Regionaldirektor Garrelt Duin übergibt ihm dafür Outfit, Schlüssel und ein eigenes Haldenwärter-Buch. Begleitet wird die Aktion von Comedienne Luisa Charlotte Schulz und dokumentiert auf den Social-Media-Kanälen der Kampagne. Fynn bleibt bis zum 21. September auf der Halde.
Strukturwandel: Auch der Kreis Wesel hat seine Halden
Die Aktion ist Teil einer Standortkampagne des RVR. Ziel ist es, das Ruhrgebiet als modern und wandlungsfähig zu zeigen. Insgesamt gehören dem RVR 46 Halden. Sie stehen sinnbildlich für den Strukturwandel weg von der Kohle. Bekannte Landmarken sind der Tetraeder in Bottrop, die Halde Norddeutschland in Neukirchen-Vluyn oder das Geleucht auf der Halde Rheinpreußen in Moers. Sie alle sind aus Bergbau-Abraum entstanden und heute beliebte Freizeitziele. "Wir haben einen Job geschaffen, den es so nirgends gibt", sagt Duin laut Pressemitteilung des RVR. Aus über 1.000 Bewerbungen hat eine Jury zunächst sechs Finalisten ausgewählt, bevor die Entscheidung für Fynn gefallen ist.