
In Mülheim ist vor rund zweieinhalb Jahren der Bewohner einer Flüchtlingsunterkunft nach einem Polizeieinsatz gestorben. Ab heute stehen neun Polizeibeamte wegen gefährlicher Körperverletzung vor dem Duisburger Landgericht. Am Tod des jungen Mannes aus Guinea sollen sie keine Schuld tragen. Die Anklage wirft ihnen aber vor, die Fesselung sei polizeilich unzulässig gewesen. Der Asylbewerber soll damals randaliert haben – der Sicherheitsdienst rief die Polizei. Die Beamten fesselten den Mann – Hände und Füße wurden dabei auf dem Rücken miteinander verbunden. Im Rettungswagen erlitt er einen Herzinfarkt und starb. Laut Staatsanwaltschaft war der Tod ein Kombinationsgeschehen aus Kokaineinfluss, einer Lungenerkrankung und einem lagebedingten Erstickungstod.
Solidarität für den Mann aus Guinea
Der verstorbene Guineer hat unter der Lungenkrankheit COPD gelitten und eine auffällige Verdickung eines Herzmuskels aufgewiesen, hieß es damals in einem Bericht an den Landtag. Zudem habe er einer toxikologischen Blut-Analyse zufolge unter Kokain-Einfluss gestanden. Bei dem Einsatz waren zwei Polizisten durch Bisse und einen Tritt verletzt worden. Insgesamt sind zwölf Verhandlungstage angesetzt. Vor dem Prozessauftakt heute hat der Solidaritätskreis „Justice for Ibrahima Barry" erneut Kritik geäußert. Er fordert u.a. eine lückenlose Aufklärung zur Todesursache. Die Fixierung bezeichnet er als "entmenschlichend"."