
In Voerde verschwindet heute Mittag ein weiteres Stück der früher mal gewohnten Skyline. Am ehemaligen Kraftwerk wird das rund 100 Meter hohe Kesselhaus mit zwei dazugehörigen Anlagen gesprengt. Ab 10 Uhr müssen Anwohner in der Sperrzone im Umkreis von 350 Metern ihre Häuser verlassen. Um 12 Uhr ist dann die Sprengung geplant. Auch die viel befahrene Frankfurter Straße und sogar ein Stück des nahe gelegenen Rheins werden gesperrt. Das Sicherheitskonzept hat der Energieversorger RWE als Eigentümer zusammen mit der Stadt erarbeitet. Polizei und Sicherheitsfirmen werden die Absperrungen kontrollieren. Gerechnet wird auch wieder mit vielen Schaulustigen, z.B. auf dem Deich am Parkplatz Storchennest.
Schon die dritte Sprengung
Vor drei Jahren war auch schon der 165 Meter hohe Kühlturm zu Boden gebracht worden. Knapp 240 Kilo Sprengstoff waren dafür nötig. Im vergangenen Dezember fiel außerdem ein auf 180 Meter gekürzter Kamin. Für das Kesselhaus heute ist dieselbe Firma beauftragt worden. Es war früher einmal das funktionale Herzstück von Block B. Hier wurde die gemahlene Steinkohle bei extrem hohen Temperaturen verbrannt. Die sogenannten Entstickungsanlagen, die mitgesprengt werden, dienten der Abgasreinigung. 2017 war das frühere Steag-Kraftwerk stillgelegt worden. RWE möchte hier einen wichtigen Standort für den Kohleausstieg schaffen: 2030 soll ein Gaskraftwerk in Betrieb gehen, das für die Stromproduktion Wasserstoff nutzt.
"Energiepark Voerde" geplant
Auch die Sprengung heute wird längst nicht die letzte sein. Ein weiterer Schornstein soll noch fallen. Außerdem stehen noch ähnliche Kesselhaus-Anlagen. Neben den Abbrucharbeiten wird aber auch schon die Zukunft des Geländes in Voerde-Möllen vorbereitet. Unter anderem werden gerade Leitungen geplant, um den künftigen "Energiepark Voerde" ans überregionale Erdgasnetz von Zeelink anzuschließen. Laut Amtsblatt der Stadt starten die vorbereitenden Arbeiten noch diesen Monat. Bei Vermessungen geht es etwa darum, Daten fürs Genehmigungsverfahren zu sammeln. Die rund fünf Kilometer lange Transportleitung wird von Thyssengas errichtet.