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Jan Jessen erhält den Deutschen Pressefreiheitspreis
© André Hirtz / FUNKE Foto Services
FUNKE Kriegs- und Krisenreporter Jan Jessen, in Dschobar, einem Stadtteil in Damaskus am Dienstag 04. März 2025 in Syrien.
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Jan Jessen erhält den Deutschen Pressefreiheitspreis

Er kennt den Kreis Wesel, er kennt die Kriegsgebiete dieser Welt – und heute wird er dafür ausgezeichnet. Jan Jessen (NRZ) bekommt in Berlin den Deutschen Pressefreiheitspreis.

Veröffentlicht: Mittwoch, 06.05.2026 04:37

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Jan Jessen kennen viele im Kreis Wesel. Er hat als junger Journalist am Niederrhein angefangen – seine Stationen waren in Kleve, in Goch – und ist dann irgendwann zur NRZ gewechselt, deren Politikchef er heute ist. Die NRZ erscheint ja u.a. in Moers, Dinslaken, Wesel und Rheinberg. Aber Jan Jessen ist nicht nur Lokalpolitik. Er ist Kriegs- und Krisenreporter der Funke Mediengruppe und berichtet aus den gefährlichsten Regionen der Welt: aus Syrien, dem Libanon, Israel, der Ukraine, dem Irak und Afghanistan. Und heute Abend bekommt er dafür in Berlin den Deutschen Pressefreiheitspreis – verliehen vom Bündnis Zukunft Presse, dem Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger sowie dem Medienverband der freien Presse. Schirmherrin ist Bundestagspräsidentin Julia Klöckner. Jessen nimmt den Preis stellvertretend an – für alle Kolleginnen und Kollegen, die mit ihm draußen sind, in den Krisengebieten.

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Jan Jessen ist kein klassischer Kriegsreporter, der dahin geht, wo es knallt. Er ist Schreiber – und sein Ding sind die Menschen. Was macht Krieg mit denen, die mittendrin stecken? Die von einer Sekunde auf die andere alles verlieren. Er sagt selbst: Krieg darf keine Zahl bleiben. Keine abstrakte Statistik. Und genau deshalb ist ihm Pressefreiheit so wichtig – denn die steht zunehmend unter Druck. Restriktionen, Militärzensur, Zugangsprobleme – das ist Alltag für Kriegsreporter. In Israel etwa kamen westliche Journalistinnen und Journalisten nicht frei in den Gaza-Streifen. Und Jessen berichtet, dass Kolleginnen und Kollegen aus anderen Teilen der Welt für genau diese Arbeit ins Gefängnis gehen – für Journalismus. Das zeigt, wie viel Pressefreiheit wert ist. Und wie wenig selbstverständlich sie ist. Er ist ausgebildeter Krankenpfleger, Quereinsteiger in den Beruf – und er sagt: Das eine hat ihm für das andere mehr mitgegeben, als man denkt. Neben Jessen werden heute auch der inhaftierte Hongkonger Verleger Jimmy Lai und Süddeutsche-Zeitung-Korrespondentin Cathrin Kahlweit ausgezeichnet. Wer mehr von Jan Jessen hören will: Er ist Host des FUNKE Podcasts „Im Krisenmodus" – alle zwei Wochen, immer mittwochs.

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