
In Kamp-Lintfort gibt es kreisweit die höchste Dichte an Glücksspielautomaten. Das geht aus der so genannten "Roten Studie" hervor - einer jährlichen Untersuchung der Landesfachstelle Glücksspielsucht NRW. Demnach kommen in Kamp-Lintfort 254 Einwohner auf einen Automaten. Das ist eine deutlich höhere Dichte als im Landesschnitt mit 596 Einwohnern pro Automat. Dahinter folgen bei uns Neukirchen-Vluyn und Moers. In den kleinen Gemeinden Alpen und Sonsbeck sind Glücksspielautomaten dagegen nur schwer zu finden. Das meiste Geld haben unterm Strich die Moerser an Automaten in Spielhallen und Gaststätten verloren. Sie kommen im Jahr auf rund acht Millionen Euro - nochmal etwa drei Millionen mehr als die Kamp-Lintforter.
Rote Studie zeigt Lücken bei Kontrollen in NRW
Die Studie zeigt, dass es in ganz Nordrhein-Westfalen weiterhin ein großes Angebot an Glücksspielen gibt. Zwar ist die Zahl der Spielhallen gesunken, dafür stehen aber wieder mehr Automaten in Kneipen. Gleichzeitig offenbart die Studie Lücken bei den Kontrollen durch die Städte und Gemeinden, um illegale Geräte aufzuspüren. Wer Hilfe wegen Spielsucht benötigt, hat es besonders in kleineren Orten schwer. Hier fehlen oft spezialisierte Beratungsstellen. Betroffene müssen dann weite Wege auf sich nehmen. Die Macher der Studie fordern deshalb den Ausbau von digitalen oder mobilen Hilfsangeboten.
Auch Kleve zeigt hohe Automatendichte
Auch außerhalb des Kreises Wesel gibt es Kommunen mit einer hohen Automatendichte. Laut der Datenbank der Landesfachstelle Glücksspielsucht NRW kommt in Kleve ein Automat auf 241 Einwohner - eine ähnlich hohe Dichte wie in Kamp-Lintfort. Kleve zählt aktuell 220 Geldspielgeräte in Spielhallen und Gaststätten. Quelle Rote Studie: suchtkooperation.nrw
Hilfe bei Glücksspielsucht im Kreis Wesel
Wer selbst betroffen ist oder sich Sorgen um Angehörige macht, findet Unterstützung. Das bundesweite Hilfetelefon Glücksspielsucht ist unter der Nummer 0800 0776611 kostenlos und anonym erreichbar. Beratung gibt es auch online unter www.ausgezockt.de. Die Landesfachstelle Glücksspielsucht NRW mit Sitz in Bielefeld koordiniert das Hilfesystem im Land und vermittelt bei Bedarf an Beratungsstellen vor Ort.