
Auf dem Gelände des alten Kraftwerks in Voerde ist am Freitagmittag das Kesselhaus B gesprengt worden. Um kurz nach 12 Uhr ist ein lauter Knall zu hören gewesen. Danach ist eine riesige Staubwolke über dem Gelände aufgestiegen. Mit dem Kesselhaus sind auch zwei benachbarte Entstickungsanlagen zu Boden gegangen. Zusammen haben die Bauwerke eine Fläche von der Größe eines Fußballfeldes bedeckt. Rund 30.000 Tonnen Stahl sind bei der Sprengung angefallen. Für RWE ist es bereits die dritte Sprengung auf dem Kraftwerksareal. 2023 ist der Kühlturm gefallen, im Dezember 2025 ein Kamin.
Sperrung in Voerde nach Sprengung aufgehoben
Vor der Sprengung ist rund um das Kraftwerksgelände eine Sperrzone mit 350 Metern Radius eingerichtet worden. Anwohner haben ihre Häuser ab 10 Uhr verlassen müssen. Auch die Frankfurter Straße ist zwischen Steinstraße und Friedrichstraße komplett gesperrt worden. Der Rhein ist zeitweise für die Schifffahrt gesperrt gewesen, kurz nach der Sprengung ist der Schiffsverkehr aber schon wieder freigegeben worden. Nach Abschluss der Sicherheitskontrollen ist die Sprengung um 13:45 Uhr offiziell für beendet erklärt worden. Damit konnten die Behörden auch die Sperrung auf der Frankfurter Straße aufheben. Viele Schaulustige haben die Sprengung vom Deich am Parkplatz Storchennest aus verfolgt. Auch am gegenüberliegenden Rheinufer haben sich zahlreiche Menschen versammelt. Der angefallene Stahlschrott von rund 30.000 Tonnen wird nun in den nächsten Wochen zerkleinert und abtransportiert. Das Material wird recycelt.
Weitere Sprengungen in Voerde geplant
Mit dem Kesselhaus B verschwindet eines der Herzstücke des früheren Kraftwerksblocks B. Hier ist über Jahrzehnte Steinkohle verbrannt worden. Das Kraftwerk ist bereits 2017 stillgelegt worden. Der Rückbau des kompletten Areals ist damit aber noch nicht beendet. Auf dem Gelände stehen noch das Kesselhaus A sowie das Kesselhaus West mit den dazugehörigen Entstickungsanlagen. Auch der eingekürzte Kamin West muss noch weichen. Diese Sprengungen sollen laut RWE in den kommenden Monaten folgen, die Planungen dafür laufen bereits. Ein Großteil der Fläche soll bereits im ersten Halbjahr 2027 wieder bebaubar sein. RWE plant hier den sogenannten Energiepark Voerde. Bis 2030 soll dort ein wasserstofffähiges Gaskraftwerk entstehen.