
Viele Kinder und Jugendliche bewegen sich zu wenig. Das zeigt der neue Kindergesundheitsatlas der AOK für die Region Rheinland/Hamburg. Demnach erreichen 86 Prozent der Drei- bis 17-Jährigen nicht die empfohlene tägliche Bewegung von mindestens einer Stunde. Außerdem verbringen viele Kinder zu viel Zeit am Handy in sozialen Medien. Mindestens 18 Prozent der Sieben- bis 17-Jährigen nutzen soziale Medien länger als empfohlen. Die Studie zeigt auch einen Zusammenhang zwischen wenig Bewegung und gesundheitlichen Beschwerden. Insgesamt bewerten aber 94 Prozent der Eltern die Gesundheit ihrer Kinder als gut oder sehr gut. Für die Untersuchung hat die AOK 5.000 Eltern im Rheinland und in Hamburg befragen lassen.
Stress und Leistungsdruck nehmen zu
Auch bei der psychischen Gesundheit sieht die AOK Handlungsbedarf. Laut Studie haben 29 Prozent der Drei- bis 17-Jährigen eine niedrige gesundheitsbezogene Lebensqualität. Rund jedes vierte Kind in dieser Altersgruppe hat mehrere psychosomatische Beschwerden. Besonders bei den Elf- bis 13-Jährigen zeigen sich solche Belastungen häufiger als bei jüngeren Kindern. Dazu kommen Stress und Leistungsdruck in der Schule. Die AOK fordert deshalb vor allem bei der Gesundheitsvorsorge und der Unterstützung von Familien weiteren Handlungsbedarf.
Positive Ausnahmen im Kreis Wesel
Zu einigen Bereichen hat die AOK auch lokalere Daten der Studie veröffentlicht. Der Kreis Wesel wird dabei zusammen mit dem Nachbarkreis Kleve betrachtet. Dabei konnten einige positive Entwicklungen festgestellt werden. Zum Beispiel erreichen wir deutlich bessere Werte beim Thema Bewegung. Jedes fünfte Kind bei uns bewegt sich täglich eine Stunde etwa durch Spielen, Sport oder Radfahren. Damit sind wir Spitzenreiter in der Region Rheinland. Auch konsumieren Jugendliche bei uns deutlich seltener E-Zigaretten, Vapes oder Shishas. Und auch bei Adipositas gibt es in den Kreisen Wesel und Kleve die seltensten Diagnosen. Alarmierend sind dagegen die Zahlen zu ADHS. Außerdem sorgt sich jedes zehnte Elternteil bei uns, dass sein Kind psychische Probleme haben könnte.