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Kinderschutzbeauftragte will mehr Rechte für Kinder durchsetzen
Foto: KSB NRW/M.Becker
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Kinderschutzbeauftragte will mehr Rechte für Kinder durchsetzen

Die NRW-Kinderschutzbeauftragte Petra Ladenburger hat einen Acht-Punkte-Plan für mehr Kinderschutz und Kinderrechte vorgestellt. Sie will Kinder und Jugendliche stärker beteiligen, Schulhöfe nachmittags öffnen lassen und die Folgen neuer Gesetze für junge Menschen prüfen.

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Das ganze Interview mit Petra Ladenburger

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Im Interview mit José Narciandi, unserem Ressortleiter Landespolitik, erläutert Petra Ladenburger ihr Konzept für mehr Kinderschutz und Kinderrechte.

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José Narciandi
Interview mit Petra Ladenburger
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Kinder machen sich Sorgen um die Kosten des Alltags

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In den vergangenen Monaten hat Petra Ladenburger viele Gespräche mit Kindern und Jugendlichen geführt. Dabei wurde deutlich, wie sehr finanzielle Sorgen ihren Alltag prägen. Essen, Kleidung und Mieten müssten günstiger werden, berichteten die Kinder. Besonders in Erinnerung geblieben ist Ladenburger die Antwort einer Sechstklässlerin auf die Frage, was sie als Bürgermeisterin für einen Tag verändern würde. Sie würde machen, dass für einen Tag alles umsonst sei. Das würde sie machen, damit sich alle für einen Tag mal keine Sorgen machen müssten.

Diese Aussage dürfe die Politik nicht einfach hinnehmen, betont Ladenburger. Ein weiteres Anliegen der Kinder und Jugendlichen seien Orte, an denen sie sich mit Freunden treffen können, ohne etwas bezahlen zu müssen oder weggeschickt zu werden.

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Schulhöfe sollen nachmittags geöffnet werden

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Eine konkrete Maßnahme ist die Öffnung von Schulhöfen nach Unterrichtsschluss. Dort könnten Kinder und Jugendliche spielen und sich treffen. In vielen Kommunen sei das bereits umgesetzt, in anderen fehle es noch an der Umsetzung, sagt Ladenburger.

„Die Öffnung von Schulhöfen wäre in der Tat eine sehr einfache und schnell umsetzbare Lösung.“

Als Hindernisse nennt Ladenburger unter anderem versicherungsrechtliche Bedenken und die Angst vor Vandalismus. Die Entscheidung liegt letztlich bei den Kommunen. Die Landesbeauftragte will sich dafür einsetzen, dass mehr Städte und Gemeinden ihre Schulhöfe zugänglich machen.

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Kinder und Jugendliche sollen mitreden

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Künftig sollen junge Menschen Ladenburger bei ihrer Arbeit beraten. Dabei soll es ausdrücklich nicht um einen klassischen Beirat gehen. Vielmehr sollen unterschiedliche Beteiligungsformate Kinder und Jugendliche aus ganz Nordrhein-Westfalen und aus verschiedenen Lebenslagen erreichen, etwa durch Treffen vor Ort und digitale Angebote. Wie die Beteiligung genau organisiert wird, soll zunächst mit Fachleuten beraten werden.

Auch bei politischen Entscheidungen will Ladenburger Kinderrechte stärker berücksichtigt sehen. Die Auswirkungen neuer Gesetze auf Kinder und Jugendliche sollen künftig standardmäßig geprüft werden.

„Das, was mir vorschwebt und was ich richtig fände, wäre, wenn genau wie die haushaltspolitischen Auswirkungen eines Gesetzes auch die Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche standardmäßig bei allen Gesetzesentwürfen mitgedacht werden.“

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Prävention und Schutz vor menschenfeindlichen Ideologien

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Ein weiterer Schwerpunkt ist die Unterstützung von Fachkräften, die mit Kindern aus Familien arbeiten, in denen menschenfeindliche oder demokratiefeindliche Weltbilder vermittelt werden. Beschäftigte in Kitas, Schulen, Jugendämtern und Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe sollen dafür besser geschult werden. Sie müssten einschätzen können, welche Folgen solche Ideologien für das Kindeswohl haben, und Kinder in ihrer Entwicklung stärken.

Ladenburger will außerdem ab 2027 jährlich ein Lagebild zu Kinderschutz und Kinderrechten veröffentlichen. Geplant sind auch eine Studie zum finanziellen Nutzen von Prävention, ein Kurzfilmwettbewerb zum Thema Zukunft und der erste NRW-Kinderrechte-Gipfel Ende 2027. Die Beauftragte ist seit Februar 2026 im Amt und will ihre Vorhaben unabhängig von Legislaturperioden vorantreiben.

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Das sind die acht Punkte des Konzepts

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  1. Kinder und Jugendliche beraten die Beauftragte: Junge Menschen sollen ihre Erwartungen und Wünsche unmittelbar in die Arbeit der Landesbeauftragten einbringen können.
  2. Erster NRW-Kinderrechte-Gipfel: Ende 2027 sollen Kinder und Jugendliche sowie Fachleute aus Jugendhilfe, Wissenschaft und Politik über die Umsetzung von Kinderrechten diskutieren.
  3. Kurzfilmwettbewerb zum Thema Zukunft: Kinder und Jugendliche sollen im kommenden Jahr ihre Gedanken und Vorstellungen kreativ in Filmen ausdrücken.
  4. Jährliches Lagebild zu Kinderschutz und Kinderrechten: Ab 2027 sollen Entwicklungen, Probleme und Handlungsbedarfe regelmäßig erfasst werden.
  5. Studie zum finanziellen Nutzen von Prävention: Eine Untersuchung soll zeigen, welchen langfristigen wirtschaftlichen Nutzen Investitionen in Präventionsangebote haben.
  6. Gesetzes-Check für Kinder und Jugendliche: Die Auswirkungen neuer Gesetze auf junge Menschen sollen standardmäßig geprüft und berücksichtigt werden.
  7. Schulhöfe nach Schulschluss öffnen: Kommunen sollen Schulhöfe flächendeckend zugänglich machen, damit Kinder und Jugendliche kostenlose Treffpunkte haben.
  8. Fachkräfte im Umgang mit menschenfeindlichen Ideologien stärken: Aus-, Fort- und Weiterbildung sollen Fachkräfte darauf vorbereiten, Kinder aus entsprechenden Familien zu begleiten und zu schützen.
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