
Das Land Nordrhein-Westfalen hat erstmals einen Sozialindex für Kitas entwickelt. Der Index misst, wie viele Familien in einer Kita besondere Unterstützung brauchen. Grundlage sind zwei Werte: der Anteil der Kinder mit nichtdeutscher Familiensprache und die Kinderarmut im direkten Umfeld der Einrichtung. Jede Kita in NRW bekommt dadurch eine Stufe von eins bis neun. Stufe neun steht für den höchsten Unterstützungsbedarf. In diese oberste Stufe fallen landesweit die fünf Prozent der Kitas mit den höchsten Werten. Das Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration will mit dem Index Fördergeld künftig gezielter verteilen. Auch im Kreis Wesel zeigt der Index klare Unterschiede zwischen den Kommunen. Hier die Ergebnisse.
Moers, Wesel und Dinslaken mit höherem Bedarf
In Moers, Wesel und Dinslaken liegen mehrere Kitas in den oberen Indexstufen. In Wesel erreichen zwei Kitas die Stufe acht. Weitere Weseler Kitas liegen auf Stufe sieben. In Moers tragen mehrere städtische und freie Kitas die höchste Stufe neun. Auch in Dinslaken und in Xanten gibt es Einrichtungen mit erhöhtem Bedarf. Diese Städte gehören zu den bevölkerungsreicheren Kommunen im Kreis Wesel. Nach den Daten des Landes hängt ein hoher Indexwert häufig mit einem größeren Anteil an Familien mit geringem Einkommen oder nichtdeutscher Familiensprache zusammen. Der Index bewertet dabei die einzelne Kita, nicht die ganze Stadt.
Alpen, Hünxe, Sonsbeck und Schermbeck mit niedrigem Bedarf
In den vier Gemeinden Alpen, Hünxe, Sonsbeck und Schermbeck liegt der Unterstützungsbedarf nach dem Index deutlich niedriger. Die meisten Kitas dort erreichen nur die Stufen eins bis drei. Das deckt sich mit dem landesweiten Muster: In ländlichen und kleinstädtischen Gemeinden fällt der Kitasozialindex im Schnitt niedriger aus als in größeren Städten. Auch Kamp-Lintfort, Rheinberg, Voerde, Hamminkeln und Neukirchen-Vluyn liegen überwiegend im mittleren bis unteren Bereich der Skala. Das Land betont, dass niedrige Werte kein Zeichen für fehlenden Förderbedarf im Einzelfall sind. Der Index bildet nur die soziale Lage im Umfeld einer Kita ab. Einzelne Einrichtungen können davon abweichen.