
Das Verwaltungsgericht Düsseldorf verhandelt am 10. September über die Zukunft mehrerer Leistungen am Marien-Hospital Wesel. Es geht um die Umsetzung des Krankenhausplans Nordrhein-Westfalen. Dem Marien-Hospital wurden dabei mehrere medizinische Leistungen nicht zugewiesen. Betroffen sind die Bereiche Leukämie und Lymphome, Knie-Operationen sowie die Behandlung von Eierstockkrebs. Für Patientinnen und Patienten aus Wesel und Umgebung hängt von der Entscheidung ab, ob diese Behandlungen dauerhaft vor Ort möglich bleiben.
Marien-Hospital gewann bereits Eilverfahren
Das Marien-Hospital Wesel ist in diesem Streit kein Unbekannter. Bereits im November 2025 erzielte das Krankenhaus vor dem Oberverwaltungsgericht Münster einen Teilerfolg. Das Gericht entschied im Eilverfahren, dass zwei der ausgesetzten Leistungsgruppen vorläufig zurückkehren dürfen. Seitdem bietet das Marien-Hospital die Bereiche Leukämie/Lymphome und die Wechselprothetik am Knie wieder vollständig an. Geschäftsführer Karl-Ferdinand von Fürstenberg erklärte damals, den Patientinnen und Patienten stehe damit wieder eine verlässliche, wohnortnahe Behandlung zur Verfügung. Offen blieb bislang die dritte Leistungsgruppe, die Behandlung von Eierstockkrebs. Über diesen Punkt sowie über die endgültige Regelung aller drei Bereiche entscheidet nun das Gericht in Düsseldorf.
Auch Bethanien Moers klagte gegen Krankenhausplan
Auch das Krankenhaus Bethanien in Moers hatte sich gegen den Krankenhausplan gewehrt. Das Oberverwaltungsgericht NRW hat einem Antrag des Krankenhauses zu den Leistungsgruppen Hüftendoprothetik und Wirbelsäuleneingriffe stattgegeben. „Damit können wir beide Leistungsbereiche wie gewohnt anbieten. Für unsere Patientinnen und Patienten bedeutet dies vor allem, dass die hüftendoprothetische Versorgung am Krankenhaus Bethanien weiterhin wohnortnah gewährleistet bleibt", erklärt Dr. Andrei Visinescu, Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie & Orthopädie des Krankenhauses Bethanien Moers. Die Klinik setzt bei Hüftoperationen seit 15 Jahren auf eine schonende Operationsmethode. Patientinnen und Patienten mit Hüftarthrose können sich demnach weiterhin regulär in Moers behandeln lassen.