Mehr Leverkusener Leichtigkeit mit Leih-Trainer Wolf

Daumen hoch
© Federico Gambarini (dpa)

Debüt als Bayer-Coach

Leverkusen (dpa)- Bayer Leverkusens Leih-Trainer Hannes Wolf grinste breit, als er über sein geglücktes Bundesliga-Comeback berichtete. Es sei «eine besondere Aufgabe» und «sehr, sehr schön zu gewinnen», sagte der Nachfolger von Peter Bosz.

Doch dem 39-Jährigen war auch klar, dass in den verbleibenden sieben Liga-Spielen noch einiges besser laufen muss bei den Fußballern der Werkself. Sonst droht Bayer eine Spielzeit ohne Europapokal, und das Wolf-Kapitel in Leverkusen könnte ein kurzes bleiben.

Der mühevolle 2:1 (1:0)-Heimerfolg gegen den abgeschlagenen Tabellenletzten FC Schalke 04 war keine Offenbarung. «Das geht mit Sicherheit noch flüssiger und noch runder», sagte Wolf. «Aber das sind Dinge, die muss man sich erarbeiten. Erst seien die «Basics» dran, dann komme «das Spielerische oben drauf». In Zukunft solle sich sein Team mehr Chancen herausspielen. Für die kommenden Aufgaben sei der Erfolg gegen Schalke aber «Rückenwind». Und bis zur Partie gegen die TSG Hoffenheim am 12. April wolle er mit der Mannschaft zudem weitere «Energie aufbauen», kündigte Wolf an.

Der zunächst bis zum Saisonende vom DFB ausgeliehene Trainer soll die ambitionierte Werksmannschaft in den Europapokal führen. Gelingt diese Bewährungsprobe, könnte für den früheren HSV- und Stuttgart-Coach aus der Übergangslösung eine Daueraufgabe werden. «Wir warten ab, wie die nächsten Wochen laufen», sagte Bayer-Sportchef Rudi Völler im ZDF-«Sportstudio».

Der 60-Jährige zeigte sich in der Sendung erleichtert über den erfolgreichen Einstand des Trainers. «Wir haben ihn geholt, weil wir an den Jungen glauben.» Zuletzt unter Bosz hätte dem Team unter anderem die «Leichtigkeit» gefehlt. Dieses Selbstvertrauen sei gegen Schalke «in Ansätzen» zurück gewesen. «Da muss noch ein bisschen mehr kommen - und das wird kommen», sagte Völler.

Dank des Sieges gegen Schalke durch Treffer von Lucas Alario (26. Minute) und Joker Patrik Schick (72.) sind die Rheinländer jetzt punktgleich mit Borussia Dortmund auf Rang fünf. Der Rückstand auf Eintracht Frankfurt auf Platz vier, der zur Champions-League-Teilnahme berechtigt, beträgt allerdings schon sieben Punkte. Und muss Leverkusen auch hinter sich schauen: Die Verfolger Borussia Mönchengladbach und Union Berlin lauern auf mögliche Leverkusener und Dortmunder Ausrutscher.

Grundlage für einen erfolgreichen Liga-Endspurt könnte die neu geordnete Bayer-Defensive sein: In der Verteidigung stellte Wolf zwei Sechser vor einer Dreierkette um Abwehrchef Sven Bender auf. Gegen diese Formation kamen die Schalker kaum zu Chancen, und auch nach dem Anschlusstreffer per Dropkick in der Schlussphase durch Klaas-Jan Huntelaar (82.) wackelte die Hausherren-Abwehr nicht sonderlich.

«Wir haben die Dinge, die sie uns mit auf den Weg gegeben haben, ganz gut umgesetzt», sagte Torschütze Alario mit Blick auf das Trainerteam. Und Sven Bender stellte fest, dass «viele Sachen schon gut» ausgesehen hätten. «Aber viele müssen wir auch noch verbessern, um in den nächsten Wochen auch die schweren Gegner schlagen zu können.»

© dpa-infocom, dpa:210404-99-80222/3

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