
Im Gewerbepark Genend in Moers entsteht eine neue Hightech-Fabrik. Das Unternehmen Sturm Industries hat Ende Juni den Kaufvertrag für ein Grundstück an der Thomas-Edison-Straße unterzeichnet. Auf rund 6.000 Quadratmetern soll dort eine sogenannte Hyperfactory für industriellen 3D-Druck entstehen. Geplant sind langfristig 70 bis 80 Arbeitsplätze. In der Endausbaustufe sollen jährlich 10 bis 15 Millionen Bauteile und Komponenten produziert werden. Grundlage sind industrieller 3D-Druck und KI-gestützte Produktionsprozesse. Das Unternehmen beliefert Branchen wie Automobil, Elektro, Medizintechnik und Lebensmittelindustrie. Auch die Rüstungsindustrie gehört zum Kundenkreis – etwa für Prototypen und Kleinserienbauteile.
Sturm Industries in Moers – warum Duisburg das Nachsehen hat
Laut einem Bericht der WAZ hat Firmengründer Markus Sturm lange nach einer Fläche in Duisburg gesucht. Gegründet wurde Sturm Industries 2010 als Spin-off der Universität Duisburg-Essen – und ist seitdem an der Falkstraße 75 in Duisburg-Duissern ansässig. Die Räume sind längst zu klein für 15 Beschäftigte und die selbst entwickelten Drucker. Das geplante Technologie-Quartier Wedau verzögerte sich jahrelang – und die Grundstückspreise von 300 bis 400 Euro pro Quadratmeter waren nicht zu stemmen. In Moers dagegen stand die Wirtschaftsförderung bereits seit Längerem in Kontakt mit dem Unternehmen. „Der Standort bietet alles, was ein innovatives Produktionsunternehmen heute benötigt", sagt Sturm. Besonders die Nähe zu den Hochschulen HS Niederrhein, Rhein-Waal und Ruhr-West nennt er als entscheidenden Vorteil. Das Unternehmen will für deren Absolventinnen und Absolventen ein attraktiver Arbeitgeber werden.
Moers als Modell – weitere Hyperfactories geplant
Das Projekt in Moers soll kein Einzelfall bleiben. Sturm Industries plant, das Konzept der Hyperfactory auf weitere Standorte in Deutschland und Europa auszuweiten. Produziert werden soll auch für die Landesverteidigung und die Instandhaltung ziviler Infrastruktur. Sturm spricht von einem dezentralen und widerstandsfähigen Produktionsnetzwerk. Moers-Wirtschaftsförderer Florian Szepan begrüßt die Ansiedlung: Das Unternehmen stärke den IT- und Technologiestandort Moers und schaffe hochwertige Arbeitsplätze. Auch Sturm Industries selbst baut seine Drucker übrigens selbst – weil passende Geräte auf dem Markt nicht verfügbar sind. Wann genau die Produktion in Moers startet, ist bislang nicht bekannt.