
Moers wird im nächsten Jahr keine Ratssitzungen mehr durch Livestream übertragen. Das hat der Rat beschlossen. Vor rund fünf Jahren haben die Moerser politische Beschlüsse erstmals über YouTube mitverfolgen können. Das Angebot ist aber insgesamt nur mäßig angenommen worden. Deshalb soll es 2027 aus Kostengründen komplett eingestellt werden. In diesem Jahr hat es sechs Übertragungen gegeben. Laut Stadt haben sich die Ausgaben auf etwa 7100 Euro summiert. Die aktuellste Ratssitzung in Moers kommt auf 1200 Aufrufe. Das ist aber schon vergleichsweise viel.
Moers, Wesel und Hamminkeln im Vergleich
Eigentlich soll das Rats-TV mehr Transparenz schaffen. Zuschauer bekommen damit Einblick in die politischen Entscheidungsprozesse. Die Aufrufe sind immer dann höher, wenn es um Themen geht, die besonders viele Emotionen hervorrufen – wie etwa die Fällung der Bäume im Moerser Schlosspark. Wesel hat sich erst kürzlich gegen ein Rats-TV entschieden. Auch hier ist am Ende die Finanzierung entscheidend gewesen. Online mitverfolgen könnt ihr dagegen weiterhin die Ratssitzungen in Hamminkeln. Der Livestream gestern kommt zum Beispiel auf rund 900 Aufrufe.
Kritik und Zustimmung im Moerser Stadtrat
Im Rat hat die Entscheidung offenbar für eine hitzige Debatte gesorgt. Die Einsparung sei "symbolische Kosmetik beim Haushalt", sagt Christopher Schmidtke, Fraktionssprecher der Grünen, laut NRZ. CDU-Fraktionschef Michael Gawlik sieht das anders: Das Angebot sei schlicht nicht angenommen worden, so Gawlik laut der Zeitung. Auch die SPD spricht sich für das Aus des Streams aus mehr dazu hier auf der Seite der NRZ.